Fatima-Weltapostolat

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Von der "Blauen Armee" zum Fatima-Weltapostolat

Unsere liebe Frau von Fatima

In der Pfarrei S. Maria in Plainsfield, unweit von New York, amtete Harold Victor Colgan als Pfarrer. Seine Tätigkeit im Dienste Mariens begann 1933, als er in seiner Pfarrei die Marianische Kongregation einführte. Innerhalb von fünf Jahren hatte er 600 Erwachsene und 600 Sodalen der Jugendgruppe, die grösste der Erzdiözese Newark (New Jersey), geworben.

Im Herbst 1946 kam eine neue, grosse marianische Aufgabe auf ihn zu. Sein Herz war aber sehr angegriffen. Als er Ende November ein Requiem feierte, brach er plötzlich zusammen. Zum Glück war ein Arzt anwesend, der sofort die Überführung in das Spital S. Elisabeth anordnete. Das EKG war schlecht. Mehrere Ärzte umstanden sein Lager und bangten um sein Leben. Tagelang lag Pfarrer Colgan im Spital. Es nahte der 8. Dezember und der Patient bat die Schwester, ihm auf diesen Festtag eine Statue der Immakulata zu bringen. Er machte seiner himmlischen Gebieterin folgendes Versprechen: "Wenn Du, liebste Mutter, mir von Deinem göttlichen Sohn nochmals die Gesundheit erlangst, will ich mich fortan ganz Deinem Dienste schenken." Die Gottesmutter sagte zu, denn bald hatte die Pfarrei ihren eifrigen Seelsorger zurück. Die Heilung machte so ausgezeichnete Fortschritte, dass die Ärzte erklären konnten, der Patient habe wieder ein gesundes Herz. Tatsächlich war die Todesursache von Msgr. Colgan am 16. April 1972 - 26 Jahre später - nicht ein Herzversagen.

Pfarrer Colgan vergass sein Versprechen nicht, nur wusste er lange nicht, in welcher Art und Weise er es erfüllen sollte. Da geriet ihm die Schrift "Der Gral" in die Hand. Darin wurde über Fatima geschrieben. Colgan las und las. Das Wort Fatima hatte er schon gehört, aber die Weltbedeutung der vom Himmel gekommenen Botschaft an die Menschen erfuhr er erst jetzt, 53-jährig.

Durch zwei Weltkriege war die Menschheit schwer gestraft worden. Während des ersten Weltkrieges 1914-1918 erschien am 13. Mai 1917 die Heilige Jungfrau zum ersten Mal in Fatima, um drei Hirtenkindern zu sagen, dass die Sünden die Ursache der Kriege seien, weil man ihren Sohn sehr beleidige und dass ein zweiter noch schrecklicherer Krieg ausbreche, wenn man auf ihre Worte nicht höre. Sie sprach auch davon, dass Russland daran sei, Irrtümer in der ganzen Welt zu verbreiten, wodurch neue Kriege ausgelöst, ganze Nationen vernichtet würden und dass der Heilige Vater viel zu leiden haben werde. Was Pfarrer Colgan am meisten beeindruckte, war das Versprechen der Heiligen Jungfrau, dass Russland sich bekehre und der Menschheit der Friede geschenkt werde, wenn man ihre Bitten erfülle.

Pfarrer Colgan war rasch entschlossen, studierte die Botschaft von Fatima gründlich, stieg dann auf die Kanzel von St. Marien und predigte mehrere Sonntage über die sechs Erscheinungen und die Bedeutung der Botschaft von Fatima. Als er seine Pfarrkinder bat, als Zeichen ihrer Bereitwilligkeit am kommenden Sonntag im Hauptgottesdienst etwas Blaues zu tragen - ein blaues Abzeichen oder ein blaues Kleidungsstück - durfte er mit Freude feststellen, dass sie die Wichtigkeit der Sache erfasst hatten und mitzumachen bereit waren. Spontan rief er auf der Kanzel aus: "Wir sind ja eine Blaue Armee." Von da stammt der Name der Bewegung. (Die heutige offizielle Bezeichnung lautet "Fatima-Weltapostolat").

Pfarrer Colgan ging noch einen Schritt weiter. Er bat seine Pfarrkinder, einen in der Kirche aufgelegten Versprechenszettel zu unterschreiben als Beweis, dass sie als Mitglieder dieser "Blauen Armee Mariens" durch Gebet, Busse, Sühne und Weihe an Maria dazu beitragen wollten, die Bekehrung Russlands von Gott zu erhalten und den Weltfrieden zu erringen. Nun geschah etwas Unerwartetes. Diese marianische Aktion überschritt die Grenzen der Pfarrei. Dies hatte Colgan nicht beabsichtigt. Offenbar hatten die Pfarreimitglieder solche Versprechenszettel an Freunde, Verwandte und Bekannte in andern Staaten der USA und sogar in andere Länder gesandt.

Als der zuständige Bischof von weither solche Versprechenszettel zugesandt erhielt mit der höflichen Anfrage, um was es sich da handle, rief er den Pfarrer von St. Marien zu sich. Dieser ahnte nicht, warum er vom Bischof gerufen wurde. Das aber änderte sich, als ihm sein Bischof jene "Zettel" entgegenhielt. Colgan war verblüfft. Ruhig erklärte er dem Bischof, wie es zu diesen Versprechenszetteln kam, und er fragte, ob er die Aktion stoppen solle. Eine kleine Stille trat ein. Der Bischof überlegte und sagte dann: "Pfarrer Colgan, fahren sie fort mit dieser Tätigkeit, sie sind vielleicht Werkzeug der göttlichen Vorsehung." Colgan freute sich, denn nun durfte er die Botschaft von Fatima mit dem Segen seines Bischofs verbreiten. Die göttliche Vorsehung hatte für die Verbreitung bereits gesorgt. Pfarrer Colgan lernte einen jungen dynamischen Journalisten kennen, den Sohn eines Zeitungsverlegers: John Mathias Haffert.

Maria führte die beiden Marienapostel zusammen. Haffert organisierte das "Ave-Maria-Institut" und gründete die alle zwei Monate erscheinende Schrift "Soul Magazin", welche sich in der ganzen Welt verbreitete. Das Ave-Maria-Institut, das heisst die Blaue Armee Mariens (BAM) in den USA, gewann beste, berühmte Künstler, die am Fernsehen und Radio auftraten, damit die Existenz der Botschaft von Fatima dem Volk bekannt gemacht werde. Der Erfolg blieb nicht aus. Nicht umsonst zählte die BAM der USA schon in den 70er-Jahren 5 Millionen Mitglieder. Als Pfarrer Colgan im Heiligen Jahr 1950 mit John Mathias Haffert erstmals nach Fatima pilgerte, konnte er - auf Mikrofilm - bereits eine Million Unterschriften mitnehmen. Dort, wo Maria 1917 erschienen war, wurden die Unterschriften symbolisch der Erde von Fatima übergeben und zwar unter dem Baum, in dessen Schatten die drei Hirtenkinder jeweils am 13. des Monats das Kommen der allerseligsten Jungfrau erwarteten. Zuvor betete man, damit die Unterzeichner in aller Welt die Kraft erhalten mögen, dem Vorsatz - die Botschaft von Fatima zu leben - treu zu bleiben. Von Fatima führte die Pilgerfahrt der beiden nach Rom. Papst Pius XII. empfing sie in Privataudienz. Er hatte diese marianische Gebetsbewegung durch Information und eigene Lektüre bereits kennengelernt und begrüsste Pfarrer Colgan mit den Worten: "Du also bist der Führer im Kampf gegen den gottlosen Kommunismus. Ich erteile Dir und allen Mitgliedern der Blauen Armee Unser Lieben Frau von Fatima meinen päpstlichen Segen." Überglücklich und voller Genugtuung verliess Colgan den päpstlichen Palast, denn jetzt hatte er für seine Tätigkeit auch den Segen der Weltkirche erhalten. In seiner Radiobotschaft sagte Papst Pius XII. am 13. Oktober 1951 zu den Pilgern in Fatima: "Nicht mehr ein Engel des Herrn, sondern die Königin der Engel macht ihren Jubiläumsbesuch in all ihren Bereichen, mit all den gnadenhaften Bildern aus den berühmtesten Heiligtümern der Christenheit und vor allem aus diesem Heiligtum zu Fatima, wo der Himmel uns gewährte, sie als Königin des Himmels zu krönen. In Amerika wie in Europa, in Afrika wie in Indien, in Indonesien und Australien regnete es bei ihrem Durchgang Segen vom Himmel, vervielfältigten sich ihre Gnadenwunder in einem Masse, dass wir kaum glauben können, was unsere Augen sehen."

Die beiden Pilger fuhren später nach San Giovanni Rotondo, um Pater Pio zu grüssen und um seine geistliche Hilfe zu bitten. Zwei Äusserungen dieses stigmatisierten Paters sind bedeutungsvoll, indem er sagte. "Ja, ich bin bereit, alle Mitglieder der Blauen Armee Mariens als meine geistlichen Kinder anzunehmen, wenn sie nach dem gegebenen Versprechen leben." Und auf die Frage, wann sich wohl Russland bekehren werde, antwortete er: "Ich bin der Meinung, dass sich Russland bekehrt, wenn ihr für jeden Kommunisten ein treues Mitglied der Blauen Armee Mariens haben werdet." Sind Sie, lieber Leser, vielleicht das fehlende treue Mitglied zur Überwindung des Atheismus? Kein Wunder, dass es sich die Blaue Armee Mariens sehr bald zur Aufgabe machte, Fatimastatuen in alle Welt zu senden, sei es für die Pilgerfahrt durch die Diözesen von Kirche zu Kirche oder von Haus zu Haus, in Spitälern und Schulen von Zimmer zu Zimmer, in Gefängnissen von Zelle zu Zelle. Die Blaue Armee Mariens in den USA organisierte weltweite Pilgerfahrten mit Flugzeugen, um Bischöfen in allen Kontinenten grössere Pilgerstatuen - wie jene in der Erscheinungskapelle in der Cova da Iria - zu schenken.

Was die "Blaue Armee Mariens" anstrebt

Das Ziel des Fatima-Weltapostolats sind die Botschaften U. L. Frau von Fatima, die 1917 in Fatima, 1925 in Pontevedra und 1929 in Tuy gegeben wurden, in der ganzen Welt bekannt zu machen und ihren Mitgliedern zu helfen, ihr Leben im Sinne dieser Botschaft zu gestalten. Das Versprechen ist der wesentliche Bestandteil der Bewegung. Der Text wurde 1946 mit Schwester Lucia besprochen und vom Bischof von Leiria (Fatima), Msgr. José Correio da Silva, genehmigt. Er sagte sogar: "Sie können dieses Versprechen als von mir kommend weitergeben."

Versprechen der Mitglieder

(Bedingungen für die Mitgliedschaft)

  1. Sie nehmen täglich in Buss- und Sühnegesinnung die Opfer auf sich, die zur Erfüllung der von Gott auferlegten Pflichten notwendig sind.
  2. Sie beten jeden Tag fünf Gesätze des Rosenkranzes und meditieren darüber.
  3. Sie weihen sich dem Unbefleckten Herzen Mariens. Als Zeichen ihrer Weihe tragen sie das braune Karmel-Skapulier (oder eine Skapuliermedaille)
  4. In der Gesinnung, dem Unbefleckten Herzen Mariens Sühne für die Beleidigungen und Sünden der Menschen zu leisten, beichten und kommunizieren sie am ersten Samstag von fünf aufeinander folgenden Monaten, beten fünf Gesätze des Rosenkranzes und bleiben mit der Gottesmutter in der Betrachtung der Rosenkranzgeheimnisse während 15 Minuten verbunden.


(Quelle: Fugel-Inglin, Fatima in Wort und Bild, 248 Seiten, Benedetto Verlag 2007)

Links

Fatima-Weltapostolat der Deutsch-Schweiz