Benedikt von Nursia

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Muttergottes m. Jesuskind mit Hll. Benedikt und Gregor

Fest

21. März

Der heilige Benedikt, Abt und Ordensstifter

Zu Norcia (lat. Nursia) in Umbrien (Italien) wurde im Jahre Christi 480 der heilige Benedikt, Stifter des nach ihm benannten Benediktinerordens und Patriarch der Mönche des Abendlandes, geboren. Seine Eltern waren sehr angesehen. Vom 7. bis zum 15. Jahre betrieb er seine Studien zu Rom mit dem besten Erfolge. Im fünfzehnten Jahre verließ er Rom und begab sich zur Bewahrung seiner Unschuld in eine etwa 15 Meilen von Rom entlegene Einöde, Subiaco genannt. Der Basilianer-Ordenspriester Romanus, der ihm begegnete, fragte ihn, was er suche? Benedikt antwortete, er suche einen Ort, wo er sich vor der Welt verbergen und Gott allein dienen könnte. Romanus, über diese Antwort sehr erfreut, zeigte ihm eine Höhle in einem hohen Felsen, gab ihm auch ein Mönchskleid und brachte ihm wöchentlich Brot zur nötigen Nahrung.

Drei Jahre verharrte der heilige Jüngling in dieser Höhle, aber in solcher Strenge des Lebens, daß er auch die alten Einsiedler darin übertraf. Der böse Geist suchte daher auf alle erdenkliche Weise den Eifer dieses heiligen Jünglings zu stören, aber vergebens. Endlich quälte er ihn Tag und Nacht mit unreinen Gedanken. Eines Tages, von den heftigsten Versuchungen erfasst, die seinem Gebete weichen wollten, zog er seine Kleider aus und wälzte sich auf Nesseln und Dornen herum, bis sein ganzer Leib verwundet wurde. Von jener Stunde an blieb er bis an das Ende seines Lebens von allen unreinen Gedanken und Versuchungen frei.

Drei Jahre hatte der heilige Jüngling auf diese Weise zugebracht. Nun wollte Gott dessen Heiligkeit der Welt bekannt machen. Ein frommer Priester, welcher eine anderthalb Meilen davon entfernte Wohnung hatte, bereitete sich eine gute Mahlzeit auf den heiligen Ostersonntag. In der vorhergehenden Nacht hörte er aber im Schlafe folgende Worte:

"Du bereitest dir eine Mahlzeit, und mein Jünger Benedikt soll Hunger leiden?"

Der Priester erwachte, nahm von den zubereiteten Speisen, brachte sie zu der Höhle des heiligen Jünglings und ermahnte ihn, dieselbe zu genießen. Bei dieser Gelegenheit erforschte er den ganzen Lebenswandel desselben, fasste große Hochachtung gegen ihn und rühmte dessen Tugenden allenthalben an. Nicht weit davon war ein Kloster, dessen Bewohner nach dem Absterben ihres Abtes Benedikt einstimmig ersuchten, die Stelle des Verstorbenen zu vertreten. Der demütige Diener Gottes weigerte sich sehr, indem er erklärte, seine strenge Lebensweise würde ihnen nicht gefallen. Weil sie aber mit ihren Bitten nicht nachließen, willigte er endlich ein und nahm die Leitung derselben auf sich. Es währte aber nicht lange, so wurden die Mönche des vielen Ermahnens und Bestrafens überdrüssig, bereuten ihre Wahl und suchten dem heiligen Abte in einem Trunke Gift beizubringen. Sie wollten Mönche heißen, aber keine sein. Der vergiftete Trunk wurde wirklich dem Heiligen vorgesetzt. Er bezeichnete denselben mit dem heiligen Kreuze, und im nämlichen Augenblicke zersprang das Gefäß in Trümmer. Der Heilige, der die Bosheit aus göttlicher Offenbarung erkannte, verwies ihnen ihre Sünde, nahm von ihnen ABschied und kehrte in seine Einöde zurück.

Gott schickte ihm gar bald viele andere, welche als seine Jünger unter seiner Anleitung den Weg der Vollkommenheit wandeln wollten. Diese nahm er auf Eingebung Gottes auf und, begabt mit dem Geiste der himmlischen Weisheit, wurde er ihnen in Wahrheit ein Lehrer und Vorbild in allen Tugenden. Die Zahl derselben nahm täglich zu. Daher erbaute er 12 Klöster, verteilte seine Jünger in dieselben und schrieb ihnen bestimmte Regeln vor, durch deren Beobachtung sie zu großer Heiligkeit gelangten. Nach diesem begab er sich auf den Berg Cassino (Monte Cassino), wo noch viele Heiden wohnten, und ein Götzenbild des Apollo sowohl im Tempel als in dem umliegenden Walde verehrten. Voll christlichen Eifers zerbrach er das Götzenbild, stürzte den Tempel nieder und verbrannte das abgöttische Gehölz (Hain).

Hier erbaute er zwei Kapellen, eine zu Ehren des heiligen Johannes des Täufers, die andere zu Ehren des heiligen Bischofs Martinus und bekehrte in kurzer Zeit das dort wohnende abgöttische Volk, obschon ihm der Satan viele und große Hindernisse entgegensetzte. Auf diesem Berge erbaute nun der heilige Benedikt 529 jenes berühmte Kloster, welches von demselben den Namen führt: Monte Cassino. Dieses wurde der Ursprung und Mittelpunkt des ganzen Benediktinerordens, welcher nunmehr schon fast 1400 Jahre in größter Blüte steht und der Kirche Gottes 24 Päpste, über 200 Kardinäle, 1000 Erzbischöfe, 4000 Bischöfe, zahlreiche gelehrte Männer und eine sehr große Anzahl von Heiligen (über 1560) gegeben hat.

Scholastika, die heilige Schwester Benedikts, verließ nach dessen Beispiel ebenfalls die Welt aus Verlangen, ein klösterliches Leben zu führen. Der Heilige erbaute für sie und viele andere Jungfrauen, die gleichen Sinn hatten, ein Kloster und übergab dasselbe der Obsorge seiner heiligen Schwester als Äbtissin, und auf diese Weise ward sie die Mutter und Mitstifterin des klösterlichen Lebens für die Ordensfrauen, Benedictinerinnen genannt.

Aus dem Orden des heiligen Benedikt gingen im Laufe der Zeit elf große Ordenszweige als selbständige Orden hervor; ebenso sieben Ritterorden. Wer kann zählen die vielen Klöster (Abteien) der Benediktiner selbst und der Benediktinerinnen, die im Lauf der Jahrhunderte gegründet wurden auf der ganzen Erde?

Zahlreich sind auch die Wunder, die Gott der Herr durch den heiligen Benedikt gewirkt hat. Außer der Macht, Wunder zu wirken, hatte er auch die Gabe, viele künftige Dinge vorherzusagen und das Innerste der Herzen zu erkennen.

Einen Beweis hiefür gibt uns folgende Begebenheit:

Totila, König der Ostgothen, hörte viel von seiner Gabe, das Innerste des Herzens zu erkennen. Er beschloß, sich davon durch eine Probe zu überzeugen. Er sandte demnach Riggon, einen seiner Hofherren (Spatharius) zu ihm mit königlicher Begleitung und in königlichem Gewande; dieser sollte sich stellen, als wäre er der König selbst. Benedict sprach, als er Riggon sah, ohne Zögern zu ihm:

"Mein Sohn, lege nur ab, was du trägst; denn es ist nicht dein."

Totila, hiervon benachrichtigt, verlangte den heiligen Mann selbst zu sehen, und kam zu ihm ins Kloster. Der Anblick des heiligen Abtes ergriff den Gothenkönig dergestalt, daß er voll Ehrfurcht vor ihm auf die Kniee sank. Der Heilige hob ihn auf, verwies ihm seine so vielen Grausamkeiten und setzte hinzu:

"Du tust viel Böses und hast schon vieles Unheil gestiftet. Höre endlich auf, Böses zu tun. Du wirst Rom erobern, über das Meer fahren und neun Jahre regieren; im zehnten wirst du aber sterben."

Alles ist erfolgt, wie es der Heilige vorhergesagt hatte. Ungeachtet so vieler Gnaden und Gaben, die Gott der Herr dem heiligen Benedikt mitgeteilt; ungeachtet des großen Ansehens, in welchem er bei allen stand, lebte er dennoch in tiefster Demut und verrichtete die niedrigsten Arbeiten in seinem Kloster. Er war und blieb Laie.

Das Ende seines irdischen Lebens

Den Tag seines Todes sagte er selbst vorher und bereitete sich durch noch größere Abtötung, eifriges Gebet und andere gute Werke dazu vor. Sechs Tage vor seinem Ende ließ er sich sein Grab zurecht machen. Es ergriff ihn ein Fieber, welches andern nicht gefährlich zu sein schien. Der Heilige ließ sich aber am letzten Tage in die Kirche tragen, wo er nach empfangenem heiligen Biaticum stehend in den Armen der Seinigen, mit zum Himmel erhobenen Händen und Augen im Alter von 63 Jahren am 21. März 543 starb. Vor seinem Ende sah er seinen heiligen Orden in ganz Neapel, Sizilien, Frankreich, Spanien, Portugal, Deutschland und im Morgenlande ausgebreitet. In der Stunde seines Todes sahen zwei fromme Ordenspriester die Seele dieses Heiligen, wie sie, mit einem kostbaren Mantel umgeben, auf einer glänzenden Lichtbahn zum Himmel schwebte. Sie hörten zugleich folgende Worte:

"Dieses ist der Weg, auf welchem Benedikt, der Geliebte des Herrn, in den Himmel hinaufgefahren."

Beherzigung

Zur Nachfolge beherzige folgende Lehren des heiligen Benedict:

"Wer sich immer Gott hingeben will, muß jeder Anhänglichkeit an das Irdische entsagen; Allem, was nicht Gott ist, und allen irdischen Neigungen muß er absterben; denn ohne dieses ist es nicht möglich, daß Gott sein Herz besitze und darin das Reich seiner Gnade und den Thron seiner Liebe begründe. Wer gern geistliche Bücher liest und den äußerlichen Zerstreuungen durch den unnötigen Umgang mit andern ausweicht, wird bald vollkommen werden. Der Mensch erinnere sich immer, daß Gott zu jeder Stunde vom Himmel auf ihn herabschaue, und daß an allen Orten sein Tun und Lassen Gott offenbar sei. Wir glauben zwar, daß Gott überall gegenwärtig ist, und das Auge des Hernn an jedem Orte die Guten und Bösen beobachtet; an die Wahrheit dieses Glaubens sollen wir uns aber besonders dann erinnern, wenn wir versucht werden, oder uns zum Gebete begeben. Wir sollen immer bedenken (damit dieser Glaube nicht ein toter sei), wie wir uns in der Gegenwart Gottes und seiner Engel verhalten sollen. Unser Gebet soll immer so beschaffen sein, dass das Verlangen des Herzens mit den Worten des Gebetes übereinstimme. Gott, der nicht will den Tod des Sünders, verlängert unsere Lebenstag, dass wir das Böse anuns verbessern sollen, wie der Apostel lehrt:

“Weißt du nicht, dass Gottes Langmut dich zur Buße ruft?”

Bereiten wir daher unser Herz und unsern Leib zum heiligen Gehorsam gegen Gottes Gebote und bitten wir um Gottes Beistand zu dem, was unseren Kräften mangelt. Wenn wir den Peinen der Hölle entgehen und in den Himmel gelangen wollen, so müssen wir jetzt tun, da wir noch leben, was uns ewig nützen wird.”

Die Medaille des heiligen Benediktus

Heiliger Benedikt bitte für uns an Gottes Thron

Siehe: [1]


(Quelle: Goldene Legende: Leben der lieben Heiligen Gottes auf alle Tage des Jahres, Wilhelm Auer, Matthäus Vogel,1904 nach von FJM überarbeiteter Fassung)