Gregor von Pfalzel

Aus FJM-Ritter
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Fest

26. August

Lebensbeschreibung

Dieser hl. Gregor, Abt und Bistumsverweser von Utrecht, war der beständige und treue Begleiter des hl. Bonifatius. Er wurde im Gebiete von Trier (nach Migne im J. 712) geboren. Seine Großmutter war die hl. Adela, die Tochter des Königs Dagobert II., welche nach dem Tode ihres Gemahls Alberich in dem von ihr gestifteten Kloster Pfalzel (Palatiolum) bei Trier den Schleier nahm und die erste Äbtissin wurde. Sein Vater scheint ebenso wie sein Großvater Alberich geheißen zu haben; wenigstens finden wir diesen Namen bei mehreren Schriftstellern. Seine Mutter Vastrada, welche nach Butler als »Selige« verehrt wird, beschloss ihre Tage in dem vom hl. Willibrord im Jahr 714 gestifteten Nonnenkloster Süsteren im Herzogtum Jülich. Unser hl. Gregor wurde mit dem hl. Bonifatius in dem Kloster Pfalzel bekannt, wo er als Knabe von 14–15 Jahren bei seiner Großmutter sich befand. Diese hatte ihm einmal aufgetragen, ihren Nonnen etwas vorzulesen und dann in der Landessprache zu erklären. Da er sich mit dem Mangel der hierzu erforderlichen Fähigkeiten entschuldigte, übernahm der eben anwesende hl. Bonifatius selbst die Erklärung des Gelesenen und fügte so salbungsvolle Unterweisungen zur Tugend bei, dass der hl. Gregor, hierdurch gerührt, sich alsbald entschloss, der Welt zu entsagen und dem heil. Apostel Deutschlands zu folgen. Nach Butler scheinen seine Verwandten und Freunde ihm kein Hindernis gesetzt zu haben; doch glaubt man, dass er noch einige Zeit in dem Kloster Ohrdorf (Ohrdruf) zugebracht habe, um dort seine Studien zu vollenden. Gewiss ist, dass er noch sehr jung war, als ihn der hl. Bonifatius mit sich nahm und zum Gefährten seiner Reisen machte, wobei er ihn stets wie seinen Sohn liebte. Nachdem Gregor ihn einige Zeit auf seiner apostolischen Laufbahn begleitet hatte und ihm bei seinen Missionen beigestanden war, machte ihn der hl. Bonifatius zum Abte eines von ihm gestifteten Klosters in Utrecht (Ultrajectum), wo sein Gefährte, der hl. Eoban, die bischöfliche Verwaltung führte. Nachdem dieser mit dem hl. Bonifatius am 5. Juni 755 den Martertod erlitten hatte, und somit die Kirche von Utrecht verwaist war, übernahm der hl. Abt Gregor auf Andringen des Papstes Stephanus III. und des Königs Pipin die Verwesung des Bistums. Deshalb führt er in einigen Martyrologien (auch in dem römischen) den Titel Bischof, obgleich er die bischöfliche Weihe nie empfangen hat. Seine Wirksamkeit war äußerst gesegnet. Einer seiner berühmtesten Schüler war der hl. Marchelmus. Vornehme und Geringe hörten mit vieler Freudigkeit aus seinem Munde die Lehren des Evangeliums, so dass nach der Äußerung der Bollandisten die Kirche Gottes einen reichlichen Zuwachs nicht bloß an äußern Bekennern, sondern auch an tatkräftigen Vollziehern des Glaubens erhielt. Seine Milde zeigte er besonders, als ihm von der Stadtobrigkeit die Mörder seiner zwei Brüder zugeschickt wurden, damit er selbst über ihre Todesart entscheide. Anstatt aber von seinem Recht Gebrauch zu machen, entließ er dieselben, nachdem er ihnen eine Unterstützung und weise Belehrung über die Sühnung ihres Verbrechens gegeben hatte.

Nachdem er die Kirche von Utrecht fast 22 Jahre verwaltet hatte, starb er am 25. Aug. 776 (nach Migne 775). Seine Reliquien wurden immer in großen Ehren gehalten. Eine Translation wird nach den Bollandisten am 5. Juni begangen. Auf Bildern sieht man Szenen aus seinem Leben, meist Handlungen der Wohltätigkeit. Sein Leben wurde von dem hl. Bischof Ludger von Münster, seinem Schüler, geschrieben.


(Quelle: nach Vollständiges Heiligen-Lexikon von J.E. Stadler, F.J.Heim und J.N. Ginal, Augsburg 1858-1882, digitalisiert und mit freundlicher Genehmigung von Digitale Bibliothek, Verlag Directmedia Publisching GmbH, CD DB 106, http://www.zeno.org, von FJM überarbeitete Fassung)