Jakobus der Aeltere - Apostel

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Jakobus der Größere

der Sohn des Alphäus (Jakobus, der Ältere)

Fest

25. Juli

Der heilige Apostel Jakob der Größere

Unter den heiligen Aposteln gab es zwei, die Jakob hießen. Zum Unterschiede wird daher der Eine Jakob der Größere oder Ältere, der Andere Jakob der Kleinere oder Jüngere genannt, wahrscheinlich, weil der Erstere eher von Jesus berufen wurde.

Jakob, der Größere war aus Galiläa gebürtig, der Sohn der frommen Fischersleute, Zebedäus und Salome, und ein Bruder des heiligen Evangelisten Johannes, nahe verwandt mit Jesus Christus. Salome, seine Mutter, hieß auch Maria und war eine Base der allerseligsten Jungfrau. Mit seinen Eltern lebte er zu Bethsaida am See Genesareth und trieb, wie sein Vater, mit Petrus und Andreas und seinem Bruder Johannes das Fischerhandwerk.

Da geschah es eines Tages, da er und sein Bruder gerade Ihre Netze wuschen, dass der göttliche Heiland vorüber ging, sie sah und Ihre Herzen durchschauend, Ihnen zu rief: „Folget mir nach!“ [Mt.4,21] Sein Wort war von so mächtigen Eindruck auf Sie, dass Sie sogleich Ihre Netze fallen ließen, aus dem Schifflein stiegen und dem Heiland nachfolgten.

O wie oft, christliche Seele, ruft Jesus auch Dir zu: „Folge mir nach,“ warum folgst Du Ihm nicht? Ist Dir etwa sein Weg zu beschwerlich? Aber er geht ja diesen Weg selbst, er, Dein Heiland und Erlöser, geht voran, sollst Du Ihm nicht folgen können? Er führt Dich, er tröstet Dich, er stärkt Dich, wenn du Ihm treu folgst. Wohl ist sein Weg kein leichter und bequemer, wie die Welt Ihn wünscht, aber er führt sicher zum Ziele, zur ewigen Wonne, zum ewigen Frieden! Siehe, viele, viele Heilige sind diesen Weg schon gegangen, sind treu dem Heiland nachgefolgt: Jetzt ist der Weg ausgetreten, du darfst nur nachgehen. Haben diese den Weg der Nachfolge Jesus wandeln können, wirst Du es auch vermögen. Jesus ruft: „Folge mir nach,“ willst Du seinen Ruf nicht hören?

Jakob und sein Bruder Johannes zeichneten sich besonders durch Ihre treue Anhänglichkeit und Ihren großen Eifer aus, weshalb Sie auch Jesus „Boanerges“, dass heißt Donnerkinder [Mk. 3,17], nannte. Diesen Ihren Eifer für die Ehre Gottes musste der Heiland sogar mäßigen, weil er zu weit ging. Die Einwohner einer Samariter-Stadt verweigerten einst dem Heiland den Eintritt. Darüber erzürnt, sprachen die beiden Brüder. „Herr, willst Du, so sagen wir, dass Feuer vom Himmel falle und sie verzehre.“ Jesus aber verwies Ihnen Ihren ungeregelten Eifer und sprach. „Ihr wisset nicht, wessen Geistes Ihr seid, dass heißt welcher Geist Euch treibt. Der Menschensohn ist nicht gekommen, Seelen zu verderben, sondern selig zu machen.“

Hier lieber Leser, hast Du eine klar Antwort auf die Frage: „Warum Gott nicht immer und sogleich diejenigen mit seinem Gerichte und seiner Strafe heimsucht, die Ihr Herz seinen Einsprechungen und Ermahnungen verschließen und durch große oft zahlreiche Verbrechen Ihn sogar beleidigen.“ Gott ist barmherzig und langmütig, er wartet auf die Bekehrten, Verirrten,Verblendeten, er ruft Sie, er klopft an Ihr Herz, er streckt seine Hand nach Ihnen aus und erst, wenn alles vergeblich, wenn das Maas der Gnade ausgeleert ist, dann folgt die Strafe! Betrachte dich selbst, wie oft hat Gott Dich schon auf verschiedene Weise gemahnt; noch wartet er; willst Du etwa die letzte Gnade noch verscherzen? Weißt Du, ob nicht vielleicht die letzte Gnade Dir schon gewährt ist?....

Der Eifer der beiden heiligen Brüder war kein geregelter; es steckte ein geheimer Ehrgeiz dahinter, denn auch die Apostel waren nicht frei von menschlicher Schwäche, bis sie vom heiligen Geiste vollkommen erleuchtet und geläutert waren. Dies ist ersichtlich aus Ihrem Verlangen, dem Heiland in seinem Reiche zur Seite zu sitzen. Sie selbst getrauten sich nicht, Ihre Bitte Jesus vorzutragen und ließen dies durch Ihre Mutter tun. Jesus gab Ihnen aber zur Antwort: „Ihr wisset nicht, was ihr verlanget.“ Dann fragte er Sie, ob Sie wohl den Kelch seiner Leiden zu trinken vermochten. Und als Sie, vor Begierde brennend, mit dem Heiland zu leiden, entgegneten: „ Ja, wir können es.“ bemerkte er Ihnen: „Ihr werdet zwar aus meinem Kelche trinken, aber das Sitzen zu meiner Rechten und Linken steht mir nicht zu, euch zu geben, sondern denen, welchen es bereitet ist von meinem Vater.“

Hier siehst Du, christliche Seele, wie die Eigenliebe auch in den besten Herzen noch Ihre Wurzeln hat, und wie Du immer, auch bei Deinen wohl gemeinten Absichten und Unternehmungen und bei Deinem reinsten Verlangen, Dich ernstlich fragen musst, ob die lautere Liebe zu Gott, der reine Eifer für die Ehre Gottes Dich antreibt, oder nicht vielleicht die Selbstsucht, der Eigennutz, der Ehrgeiz, die Triebfeder ist?

Als der heilige Jakobus, den heiligen Geist am Pfingstfestes erhalten hatte, da wurde er ganz umgewandelt; sein Eifer war jetzt ein ruhiger, sanfter und beharrlicher geworden, und anstatt des Ehrgeizes hatte eine tiefe Demut in seinem Herzen Wurzel gefasst. Sein Leben war eine beständige Abtödtung; Wasser war sein Trank, Brot oder Gemüse seine Speise, Fleisch und Fische versagte er sich ganz und seine Kleidung war ärmlich, ein einfaches Unterkleid und ein leinener Mantel. Anfangs predigte er in Judäa das heilige Evangelium, als aber im dritten Jahre nach der Himmelfahrt Christi dem heiligen Petrus von Gott befohlen ward, auch den Heiden zu predigen, gingen die Apostel in die ganze Welt hinaus. Der heilige Jakobus reiste nach Spanien. Dort predigte er in der Stadt Saragossa; mit unsäglicher Mühe gelang es Ihm, eine kleine Zahl dieses Volkes für den christlichen Glauben zu gewinnen. Einige der eifrigsten aus den Neubekehrten weihte er zu Bischöfen und Priestern und durch diese und Ihre Nachfolger wurde nach und nach ganz Spanien bekehrt. Zu Saragossa zeigt man noch eine Säule, auf welcher, einer Sage gemäß, dem heiligen Apostel die allerseligste Jungfrau erschienen ist und Ihm befohlen hat, hier eine Kirche zu bauen.

Wie lange der heilige Apostel in Spanien blieb, ist nicht bekannt. Im Jahre 42 n. Chr. kam er wieder nach Jerusalem zurück, um die Zeit, als der heilige Petrus die Stadt Rom betrat. Der heilige, unermüdliche Apostel gönnte sich aber keine Ruhe; er durchwanderte Judäa und Samaria und verkündete überall unerschrocken den Gekreuzigten. Dadurch machte er sich aber die Pharisäer und Schriftlehrer zu Feinden, und als er sie eines Tages in einer öffentlichen Disputation beschämte, indem er Ihnen bewies, dass Jesus wirklich der verheißene Messias sei, da sannen Sie darauf, Ihn aus dem Wege zu räumen.

Der damalige Hohepriester Abjathar schenkte mehreren schlechten Leuten Geld, mit der Bedingung, dass Sie während der Predigt des Apostels einen Tumult erregen und unter der allgemeinen Verwirrung des Volkes Ihn gefangen nehmen sollten. Diese Leute taten also und einer der Pharisäer, Josiaß mit Namen, nahte sich schnell dem Apostel, warf ihm einen Strick um den Hals und so gefesselt schleppten Sie ihn nach Jerusalem vor den damaligen König Herodes Agrippa, des Archelaus Sohn.

Dieser Herodes war ein Enkel des Herodes, der die unschuldigen Kinder ermorden ließ, und Geschwisterkind mit jenem Herodes, der Jesum verspottete. Er hatte das ganze jüdische Reich unter seine Herrschaft bekommen und suchte sich auf alle mögliche Weise die Gunst der Juden zu erwerben, die Ihm als einem Fremdling nicht wohl wollten. Zu Ihm schleppten die Juden den heiligen Apostel und sprachen: „O König, dieser ist einer der vornehmlichen Jünger des Nazareners, der schon viele Juden verführte. Wird er nicht gerichtet, so wird er durch seine Zauberkünste das ganze jüdische Reich zerstören.“

Herodes, der sich den Juden gefällig machen wollte, sprach das Todesurteil und befahl, Ihn hinzurichten. Die Juden frohlockten, der heilige Apostel aber dankte Gott, dass er seinen Lauf nun vollenden dürfe. Der Weg zur Richtstätte führte vor einem Hause vorbei, auf dessen Schwelle ein Gichtbrüchiger saß. Dieser rief dem Heiligen zu: „ O du Diener des Allerhöchsten, hilf mir, denn ich leide unsägliche Qual!“ Der Heilige stand still, sah Ihn an und sprach: „ Im Namen meines Herrn Jesus Christi, des Gekreuzigten, an den ich glaube und um dessen willen ich zum Tode geführt werde, stehe Gesund auf und benedeie (lobpreise) Deinem Heiland!“ Der Kranke stand auf, war gesund und pries laut den Namen Jesus.

Als der Pharisäer Josiaß, der dem Heiligen den Strick um den Hals geworfen hatte, diese große Wundertat wahrnahm, bereute er seine Missetat, fiel dem Heiligen zu Füßen und sprach: „O Diener des wahren Gottes! Verzeihe mir meine Missetat und mache mich Deiner Marter teilhaftig.“ Der Heilige sah gegen Himmel, betete eine Weile und antwortete: „Glaubst Du, dass Jesus, den die Juden gekreuzigt haben, der wahre Sohn Gottes sei!“ Josiaß sprach: „Ja, ich glaube und bekenne öffentlich, dass Jesus, der Gekreuzigte, der wahre Sohn Gottes sei.“ Als der Hohepriester Abjathar dies hörte, ließ er Ihn binden, vor sich führen und rief ihm voll Zorn entgegen: Lasse ab von Jakob und fluche dem Gekreuzigten, wo nicht, so fürchte meine Rache.“ Josiaß aber rief laut: „Der Fluch lag lange auf mir und liegt noch auf Dir, o Israel, du Verfolger des Sohnes Gottes, ich aber werde Heil finden durch Jesus Christus, den Ihr gekreuzigt habt.“ Abjathar, wütend über diese Worte, hetzte das Volk auf, dass es Ihn mit Fäusten schlug und ließ den König Herodes bitten, Ihm das Todesurteil zu sprechen. Dieser ließ sich den ganzen Verlauf erzählen, hörte Zeugen ab und befahl, den Josiaß samt dem Apostel mit dem Schwerte hinzurichten.

Sogleich wurden Beide auf die Schädelstätte hinaus geführt. Dort angekommen, ließ sich der heilige Apostel vom Henker Wasser reichen. Den Krug mit Wasser in der Hand sprach er dann zu

Josiaß: „Glaubst Du an den Namen Jesu Christi, des Sohnes Gottes?“

Josiaß: „Ja, ich glaube.“

Jakob: „Willst Du in seinem Namen getauft sein?“

Josiaß: Ja, Herr ich will.“

Jakob: „So taufe ich Dich, denn im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes.

Die heiligen Worte waren gesprochen, das Wasser war über das Haupt des knienden Josiaß ausgegossen, er war nun ein Christ, ein Kind Gottes. Mit inniger Liebe umarmte Ihn der heilige Apostel, bezeichnete Ihm die Stirne mit dem heiligen Kreuze und legte segnend seine Hand auf sein Haupt. Hierauf kniete der heilige Apostel nieder, empfahl seine Seele in die Hände Jesus, entblößte selbst seinen Hals und empfing ruhig den tödlichen Streich, und gleich darauf fiel auch das Haupt des Josiaß vom Schwerte getroffen. Dies geschah im Jahre 44 n. Chr. am nämlichen Tage, an welchem vor zehn Jahren Jesus Christus am heiligen Kreuze starb.

Seine letzte Ruhestätte

Der Leib des heiligen Apostels wurde zu Jerusalem begraben und später nach Irin-Flavia gebracht; jetzt heißt der Ort Santiago de Compostela. Eine prächtige Kirche erhebt sich über den Gebeinen des heiligen Apostels, und da schon seit vielen Jahrhunderten das christliche Volk zu Tausenden dahin wallfahrte und viele Wunder dort geschahen, so ist diese Kirche eine von den drei berühmtesten Wallfahrtsorten der Welt geworden. Im Kampfe der spanischen Könige gegen die ungläubigen Araber hat der heilige Apostel durch seine mächtige Fürbitte in vielen Schlachten den christlichen Soldaten zum Siege verholfen.

Abbildung

Er wird abgebildet in Pilgerkleidung mit Stab und Mantel.


(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes. Regensburg 1884)