Ambrosius von Mailand

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Der heilige Ambrosius, Erzbischof und Kirchenlehrer

Fest

7. Dezember


Das Leben und Wirken des hl. Ambrosius

Der heilige Ambrosius, einer der vornehmsten Kirchenlehrer, war der Sohn des edlen Römers Ambrosius, welcher als Statthalter auf Befehl des Kaisers ganz Gallien (Frankreich) verwaltete. Er wurde in Gallien im Jahre 430 geboren. Nach dem Tode seines Vaters wurde er von seiner frommen Mutter mit seiner Schwester Marcellina und seinem ältesten Bruder Satyrus nach Rom gebracht und zur Frömmigkeit und Tugend angeleitet. Er erhielt unter ihren Augen einen sehr guten Unterricht. Selbst mit den Schriften des alten Griechenland war der junge Ambrosius vertraut, die dem Geiste des lernbegierigen, mit großen Geistesgaben beschenkten Jünglings eine wissenschaftliche Bildung gaben.

Anicius Probus, Präfekt von Italien, gebrauchte ihn einige Zeit in Gerichtssachen, und ernannte ihn hierauf zum Prätor von Ligurien und Aemilien, d.h. zum Statthalter des ganzen Landes, das die Erzbistümer Mailand, Turin, Genua, Ravenna und Bologna mit den dazu gehörigen Diözesen umfasste. Vor der Abreise sprach Probus zu ihm: „Gehe hin und verwalte das Land nicht sowohl als ein Richter, sondern vielmehr als ein Bischof.“ Er wollte eigentlich nur sagen: Ambrosius sollte zwar nicht mit Schärfe, sondern mit Liebe und Milde seinen Untergebenen vorstehen; der Himmel aber hat etwas anderes dadurch angedeutet. Als Ambrosius mit dieser hohen Würde nach Mailand kam, nahm er alle Herzen der Untertanen durch seine weise und sanfte Regierung so ein, dass sie ihm bereitwillig in allem gehorchten und ihn liebten.

Als er sich zwei Jahre lang zu Mailand aufgehalten hatte, starb der dortige arianische Bischof Aurentius, welchen Kaiser Constantius auf jenen Stuhl gesetzt hatte. Die Katholiken wollten einen katholischen Bischof zum Nachfolger haben, die Arianer aber einen arianischen. Dadurch entstand eine große Unruhe unter dem Volke und der Christlichkeit. Um als kaiserlicher Beamter die Unruhen beizulegen, ging Ambrosius in die Kirche und suchte durch seine Beredsamkeit die Gemüter zu besänftigen. Kaum hatte er seine Rede beendet, da schrie ein Kind mitten in der Kirche auf: „Ambrosius Bischof!“ Diesen Ruf nahm man wie eine Stimme vom Himmel auf. Das ganze Volk wiederholte dreimal mit Frohlocken diese Worte: „Ambrosius unser Bischof!“. Die ganze Christlichkeit stimmte mit dem Volke überein. Man konnte diese so rasche Übereinstimmung nicht anders als ein Werk des Allerhöchsten ansehen, umso mehr, weil Ambrosius damals noch ein Laie und noch nicht einmal getauft war; denn zu jener Zeit verschoben manche die heilige Taufe bis in das spätere Alter. Ambrosius bot alles auf, das Volk auf andere Gedanken zu bringen; mit den eindringlichsten Worten verband er Bitten und Weinen, und da er mit diesem allem nichts ausrichtete, entfloh er heimlich, und zwar dreimal; er wurde aber jedes Mal gefunden und wieder zurückgeführt. Der Kaiser Valentinian erfreute sich sehr über die geschehene Wahl, und Ambrosius, den Willen Gottes klar erkennend, wollte sich demselben nicht mehr widersetzen. Er ließ sich daher nach eifriger Vorbereitung taufen, empfing nach der Ordnung die geistlichen Weihen, und trat sein Bistum mit den heiligsten Absichten an. Als Ambrosius das bischöfliche Amt am 7. Dezember 374 angetreten hatte, schenkte er alles den Armen, was er an Silber und Gold besaß, seiner Kirche aber die liegenden Gründe, doch so, dass seine Schwester, die in Rom als Jungfrau lebte, den nötigen Unterhalt erhielt. Seinem Bruder Satyrus übertrug er die Verwaltung seines Hauses, um ungehindert seinem Berufe als Seelenhirt zu leben. An jedem Morgen brachte er viel Zeit im Gebete zu und ermahnte auch andere, dies zu tun, indem er sprach:

„Weißt du denn nicht, o Mensch! dass du die Erstlinge deines Herzens und deines Mundes Gott dem Herrn schuldig bist? Diese musst du ihm täglich aufopfern.“

Seine Strenge im Fasten war groß; und da man ihn davon abhalten wollte unter dem Vorwande, er würde frühzeitig sterben müssen, sprach er:

„Im vielen Essen haben schon viele den Tod gefunden, niemand aber im Fasten.“

Nicht geringer war seine Freigebigkeit. Die bischöflichen Einkünfte wurden fast alle für die Armen verwendet. Drei Stücke hat er sich gleich anfangs auf das genaueste zu beobachten vorgenommen, nämlich: das heilige Messopfer täglich zu verrichten; an allen Sonntagen dem Volke zu predigen und nichts zu unterlassen, was entweder zur Vertilgung der Irrlehren und Verbreitung der Sitten dienlich sein könnte. In seinen Predigten handelte er so soft von dem Gott vorzüglich wohlgefälligen Verdienste der jungfräulichen Reinigkeit, dass von Jahr zu Jahr die Zahl der Jungfrauen, welche das Gelübte derselben ablegten und aus seinen Händen den geweihten Schleier empfingen, sich vermehrte. Noch mehr zu bewundern war die Zahl der verstockten Sünder und Irrgläubigen, die durch seine Predigten bekehrt wurden. Unter die letzten muss man billig vor allen den später so großen Kirchenlehrer Augustin zählen, den der heilige Ambrosius durch seine Predigten und Ermahnungen bekehrt und mit eigener Hand getauft hat. Die Wissenschaft der göttlichen Geheimnisse, welche Ambrosius in seinen Predigten und Schriften an den Tag legte, hatte er von oben herab. Deshalb hat er auf Bildern eine Taube, welche ihm gleichsam in das Ohr redet, wodurch man den Heiligen Geist anzeigen will, der ihm eingegeben, was er reden und schreiben sollte. Es bezeugte auch ein Arianer, dass er einst neben dem heiligen Ambrosius auf der Kanzel einen Engel stehen gesehen, der ihm in das Ohr hineinredete, und dadurch wurde dieser Irrgläubige bekehrt.

Besonders stark war die Starkmütigkeit des heiligen Ambrosius in seinem Eifer für die Ehre Gottes. Er versagte einmal einer nach der damaligen Weltmode gekleideten Frau den Eingang in die Kirche, und dem arianisch gesinnten Kaiser Valentinian gestattete er nicht die Einräumung einer Kirche für die Arianer ungeachtet aller Drohungen.

Vorzüglich leuchtete die wunderbare Starkmütigkeit des Heiligen hervor, als auf Befehl des Kaisers Theodosius I., den einige gottlose Hofleute aufreizten, fast alle Einwohner von Thessalonich wegen der Ermordung des kaiserlichen Statthalters grausam niedergemetzelt wurden. Denn als einige Zeit danach der Kaiser mit seinem ganzen Hofstaat in die Kirche zu Mailand eintreten wollte, ging ihm der heilige Ambrosius in vollem bischöflichen Ornate mit ernsthaftem Angesichte entgegen und gebot ihm mit majestätischer Stimme, die Kirche nicht zu betreten, bevor er nicht strenge Buße getan hätte. Der Kaiser sprach: „Der König David hat ja auch gesündigt.“ Der heilige [[Bischof)) antwortete: „Bist du dem König David nachgefolgt in der Sünde, so folge ihm nun auch in der Buße nach!“ und gestattete dem Kaiser erst den Eingang, nachdem er zuvor acht Monate lang strenge Buße gewirkt hatte.

Das Ende seines irdischen Lebens

Vieles andere vollbrachte der heilige Erzbischof zur Ehre Gottes, zur Beschützung der Kirche und zum Heile seiner Untergebenen. Durch die vielen Arbeiten und das Alter entkräftet, befiel ihn eine gefährliche Krankheit. Man ersuchte ihn mit weinenden Augen, er wolle doch Gott zum Nutzen der Kirche und zum heile so vieler Seelen um Verlängerung seines Lebens bitten. Der heilige aber antwortete:

„Ich habe also unter euch gelebt, dass ich mich nicht zu schämen habe, und ich fürchte mich auch nicht, zu sterben, weil wir einen gütigen Herrn haben.“

Der heilige Honoratus, Bischof von Bercelli, war zu selben Zeit in seinem bischöflichen Palaste. Nächtlicherweise hörte er auf einmal eine Stimme, die zu ihm sprach: „Stehe auf und eile, denn der Heilige liegt in den letzten Zügen.“ Honoratus lief eilends zum Kranken, reichte ihm noch einmal das heiligste Sakrament des Altars, nach dessen Empfang der heilige Mann mit kreuzweise übereinander geschlagenen Armen und Händen seinen Geist aufgab und im Jahr 397 am heiligen Ostertage früh morgens vor Aufgang der Sonne, den 4. April. Der heilige Ambrosius ist einer der vier großen lateinischen Kirchenväter wegen seiner vortrefflichen Schriften.

Sein Verehrungstag ist der 7. Dezember (Tag seiner Bischofsweihe). Seine Reliquien werden verehrt im Dome seines Namens zu Mailand.

Beherzigung

1. Hat du gelesen den denkwürdigen Spruch des heiligen Ambrosius:

„Im vielen Essen (Schlemmen) haben schon viele den Tod gefunden, niemand aber im Fasten.“

Merke diesen Spruch wohl, besonders, wenn du etwa einer von jenen armselig Getäuschten bist, die sich einbilden, dass von der Kirche Christi verordnete Fasten sei dem Magen und dem leben des Menschen nachteilig. Das Wort Gottes selbst versichert uns, dass viele sich das Leben durch Unmäßigkeit im Essen und Trinken abgekürzt haben, und die tägliche Erfahrung lehrt dasselbe. Gottes Wort versichert uns, dass derjenige, der sich im Essen und Trinken einen bescheidenen Abbruch auferlegt, sein Leben verlängere.

2.Der heilige Ambrosius lehrte:

„Wenn wir am Morgen aufstehen, müssen wir, ehe wir aus dem Schlafzimmer treten, unserem Erlöser danken; und bevor wir etwas anderes beginnen, eine Andachtsübung vornehmen. Denn Jesus hat uns während der Ruhe des Schlafes bewacht. Vor dem Gebete bereite dein Gemüt, damit dein Flehen keiner Versuchung Gottes gleiche; damit du tun willst, um was du bittest, und der Glaube es stütze. Fliehe zum Herrn, wenn dich eine böse Begierde anlockt. Bitte nur und glaube, und fürchte nicht, unerhört zu bitten, wenn du ernstlich der Versuchung widerstehen willst. Wo das Gebet ist, da flieht die verbotene Lust vor dem Worte und der Gegenwart Gottes. Sobald sich die Seele zum Fleische abwärts kehrt, wird sie entweder von sanft einschleichender Lust des Fleisches hintergangen, oder von Widerwillen und Zorn hingerissen, oder von Kummer niedergedrückt, oder vom Stolze erhoben, oder von Schmerzen beunruhigt. Wenn aber die Seele immer ihren Blick zu Gott aufwärts richtet, so wird sie von Christus von der Wahrheit und Notwendigkeit seiner Lehre überzeugt, sie wird die große Hoffnung ihres Berufes erblicken und die Kraft erhalten, darnach zu streben. Jesus ist unser höchstes Gut, unser Friede; Jesus kam zuerst zu uns, nicht wir zu ihm, und brachte uns nur Gutes.“




(Quelle: Goldene Legende: Leben der lieben Heiligen Gottes auf alle Tage des Jahres, Wilhelm Auer, Matthäus Vogel,1904 nach von FJM überarbeiteter Fassung)