Avitus

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Fest

17. Juni

Lebensbeschreibung

Avitus, frz. St. Ovit oder Avy, ein Priester und Abt zu Miscy (oder St. Mesmin = S. Maximinus), war nicht, wie Einige meinen, zu Orleans geboren, sondern zu Aurelica, einer Stadt in der Auvergne, und nahm mit dem hl. Carilesus (fr. St-Calais) in der Abtei Menat, welche in jener Gegend lag, das Ordenskleid. Sie hielten sich jedoch in derselben nicht lange auf, sondern lebten mit Erlaubnis ihrer Vorgesetzten eine zeitlang in der Einsamkeit und traten dann in das obengenannte Kloster Miscy, dem der hl. Maximin vorstand, und wo sie zu Priestern geweiht wurden.

Doch auch von hier aus gingen sie nach einiger Zeit wieder in die Einsamkeit, welche der hl. Avitus später nur wieder verließ, weil er nach dem Tode des hl. Maximin zum Abte des Klosters Miscy (Micy) erwählt worden war. Diese Würde behielt er jedoch nicht lange, sondern begab sich zum dritten Male in die Einsamkeit und lebte mit dem hl. Carilesus als Klausner in der Landschaft Perche im westlichen Frankreich, und später in der Landschaft Dunois. Als jedoch mehrere fromme Männer dem Heiligen dahin folgten und unter seiner Leitung leben wollten, gründete der König Aldebert (nach Butler Clotar) zu Chateau-Dun eine Kirche und ein Kloster für den hl. Avitus und seine Schüler, während der hl. Carilesus sich in einen Wald der Landschaft Maine zurückzog.

Der hl. Avitus starb im Jahre 527 (nach Butler 530) und wurde wie in seinem Leben so auch nach seinem Tode von Gott durch Wunder verherrlicht.

Auch im Mart. Rom. steht der hl. Avitus am 17. Juni, jedoch nur als Priester und Bekenner. Wenn übrigens derselbe ein Abt genannt wird, so darf man deshalb nicht an einen Abt des Benediktiner-Ordens denken, weil der hl. Benedikt damals noch nicht als Ordensstifter aufgetreten war, und gehörte sonach der hl. Avitus dem Orden des hl. Antonius an, woraus sich erklären lassen dürfte, warum er so oft seinen Aufenthalt im Kloster mit der Einsamkeit vertauscht habe.


(Quelle: nach Vollständiges Heiligen-Lexikon von J.E. Stadler, F.J.Heim und J.N. Ginal, Augsburg 1858-1882, digitalisiert und mit freundlicher Genehmigung von Digitale Bibliothek, Verlag Directmedia Publisching GmbH, CD DB 106, http://www.zeno.org, von FJM überarbeitete Fassung)