Heilige Messe

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Die hl. Messe ist die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers. Christus opfert hier durch die Vermittlung des menschlichen Priesters seinen Leib und sein Blut, die er am Kreuz auf blutige Weise hingeopfert hat, auf unblutige Weise seinem Vater auf. Die hl. Messe ist also ein wahres Opfer, durch das uns die Verdienste des Kreuzesopfers zugewendet werden.

Der Opfercharakter der hl. Messe war über 1000 Jahre lang unbestrittenes Glaubensgut der Christen.

Erst im 12. Jahrhundert begann die Leugnung dieser Wahrheit bei einigen Sekten. Vor allem war es dann Martin Luther und mit ihm der ganze Protestantismus, der zum Abfall vieler Christen von diesem Dogma führte. Luther leugnete nicht eine gewisse wirkliche Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie, wenn er sie auch nicht im katholischen Sinn verstand. Was er aber leugnete und mit den wütendsten Ausdrücken beschimpfte, war die Lehre vom Meßopfer.

Der Opfercharakter der Messe geht dagegen aus den Offenbarungsquellen klar hervor.

Prophezeiung des Malachias:

"Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang ist mein Name groß unter den Völkern, und an allen Orten wird meinem Namen geopfert und ein reines Opfer dargebracht" [Mal 1, 11]. Die Juden hatten nur einen Ort, an dem sie rechtmäßig opfern konnten, nämlich den Tempel zu Jerusalem. Für den Neuen Bund kündigt der Prophet aber ein reines Opfer an, das an allen Orten der Welt gefeiert werden wird. Unter diesem Opfer haben die Christen von alters her das Meßopfer verstanden.

Auch das Opfer des Melchisedech,

der Brot und Wein darbrachte [Gen 14, 18], war ein Vorbild des Meßopfers. Darum wird Christus "Priester nach der Ordnung des Melchisedech" genannt [Hebr 6, 20], da das Opfer, das er einsetzte, unter den Gestalten von Brot und Wein vollzogen wird.

Christus

Christus gebraucht sodann bei der Einsetzung der Messe Opfertermini: "Der Leib, der hingegeben wird - das Blut, das vergossen wird zur Vergebung der Sünden". Diese Ausdrücke stehen im Präsens, beziehen sich also auf die gegenwärtige Abendmahlshandlung. Dies ist besonders deutlich beim Evangelisten Lukas, wo von der Ausgießung des Kelches die Rede ist.

Korintherbrief

Auch der hl. Paulus stellt im 1. Korintherbrief dem "Tisch der Dämonen" den "Tisch des Herrn" gegenüber. Unter dem Tisch der Dämonen versteht er die Anteilnahme an den Götzenopfern, und er will damit sagen, daß diejenigen, die an den Götzenopfern teilnehmen, nicht am Opfer Christi anteilnehmen dürfen und umgekehrt. Wie unter dem "Tisch der Dämonen" die heidnischen Opfer verstanden werden müssen, so unter dem "Tisch des Herrn" das christliche Opfer [vgl. 1 Kor 10, 18-21].

Hebräerbrief:

Im Hebräerbrief 13, 10 heißt es schließlich: "Wir haben einen Opferaltar, von dem diejenigen nicht essen dürfen, die dem Zelte (= dem jüdischen Kult) dienen". Es wäre auch merkwürdig, wenn die vielen Opfer des Alten Bundes im Neuen Bund keine Entsprechung hätten. In der damaligen Zeit hatten alle Religionen ihre Opfer, und eine Religion ohne Opfer wäre gar nicht vorstellbar gewesen. Daher sprechen auch die ältesten kirchlichen Schriftstücke immer von der Eucharistie als einem Opfer.

Didache

So z.B. die Didache (um 100 n. Chr. geschrieben): "Am Herrentag versammelt euch, brecht das Brot und sagt Dank, nachdem ihr vorher eure Sünden bekannt habt, damit euer Opfer rein sei". 97 Dieses Opfer wird auch klar als das von Malachias angekündigte bezeichnet.

Papst Klemens (92 -101 n. Chr.)

schreibt: "Der Herr hat befohlen, die Opfer und die gottesdienstlichen Handlungen zu festgesetzten Zeiten und Stunden zu vollziehen".

Der hl. Cyprian von Karthago (+258)

widmet seinen 63. Brief der Lehre vom Meßopfer und betont hier, daß Christus seinen Leib und sein Blut dem Vater als Opfer dargebracht hat (n. 4), daß er dieses Opfer zu seinem Gedächtnis zu feiern befohlen hat (n. 14) und daß der Priester als Stellvertreter Christi fungiert (n. 9).

Hl. Gregor von Nazianz (+390).

Er ruft dem Priester zu: "So lasse denn nicht ab, du frommer Mann, für mich zu beten und zu flehen, wenn du durch dein Wort den Logos herabziehst, wenn du auf unblutige Weise den Leib und das Blut des Herrn scheidest, indem du das Wort (= die Wandlungsworte) als Schwert gebrauchst ". Hier wird ganz deutlich die Lehre von der unblutigen Hinopferung Christi durch die Trennung seines Leibes und Blutes vermittels der Doppelkonsekration zum Ausdruck gebracht. Diese und unzählige andere Stellen zeigen deutlich, daß es ein Abfall von der christlichen Lehre war, als man anfing, den Opfercharaker der Messe zu leugnen.

Moderne Theologen

Es ist die heute bei vielen katholische Theologen verbreitete Theorie, daß die Messe ein Mahl sei, bei dem sich ein Opfer vollziehe. Das Erste sei also das Mahl, aber - so sagen sie - es gäbe in diesem Mahl auch ein Opfer, das darin bestände, daß sich Christus uns zur Speise gäbe. Diese Hingabe Christi an uns im Mahl sei also der Opfercharakter, der sich in der Messe fände. Dies hat aber mit der katholischen Lehre nichts zu tun, sondern hier wird die wahre Ordnung ins Gegenteil verkehrt. Ein Opfer besteht in der Hingabe an Gott und nicht an einen Menschen. Christus hat sich am Kreuz seinem Vater dargebracht und nicht uns. Hätte die neue Theorie recht, so würde das Meßopfer uns und nicht Gott dargebracht werden. Diese Theorie wird z.B. im Abschlußbericht des ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen vertreten. Dieser Arbeitskreis tagte von 1976 bis 1982.

Die Protestanten behaupteten, das Meßopfer sei eine Schmähung des Kreuzesopfers, da man hier so tun würde, als hätte das Kreuzesopfer zur Erlösung der Menschheit nicht genügt und als bedürfe es darum ständig weiterer Opfer. Das war aber niemals die Lehre der katholischen Kirche. Christus hat durch seinen Kreuzestod alle Gnaden verdient, die zur Erlösung aller Menschen aller Zeiten notwendig sind. "Er trat nicht mit dem Blut von Böcken und Rindern, sondern mit seinem eigenen Blute ein für allemal in das Heiligtum ein, indem er eine ewig dauernde Erlösung erlangte" [Hebr 9, 12]. Durch das Meßopfer werden daher nicht neue Gnaden erworben, sondern seine Aufgabe ist es, die am Kreuz verdienten Gnaden den Menschen zuzuwenden. Nach dem Willen Christi ist nämlich die Ausspendung der Erlösungsfrüchte an die Sakramente, besonders an das Meßopfer gebunden.

Das Konzil von Trient lehrt:

"Wer sagt, in der Messe werde Gott kein wahres und eigentliches Opfer dargebracht ... der sei mit dem Anathema belegt (= ausgeschlossen)". 93 Weiter lehrt das Konzil von Trient, daß Christus "beim letzten Abendmahl, 'in der Nacht, da er verraten wurde' [1 Kor 11, 23], um seiner geliebten Braut, der Kirche, ein sichtbares (wie es die Natur des Menschen erfordert) Opfer zu hinterlassen, durch das jenes blutige Opfer, das einmal am Kreuze dargebracht werden sollte, vergegenwärtigt werden, sein Gedächtnis bis zum Ende der Zeit fortdauern und dessen heilbringende Kraft für die Vergebung der Sünden, die von uns täglich begangen werden, zugewandt werden sollte, ... seinen Leib und sein Blut unter den Gestalten von Brot und Wein Gott, dem Vater, dargebracht"94 hat. Durch die Worte "Tut dies zu meinem Gedächtnis" habe er die Apostel zu Priestern eingesetzt und ihnen den Auftrag gegeben, dieses Opfer in Zukunft zu feiern.95

Q: Herz-Jesu-Franziskaner

Alte Messe und Die alte hl. Messe


Riten

Wir unterscheiden in der Hl. Messe jeweilige Riten, nämlich der außerordentliche Ritus und der ordentliche Ritus.

Siehe auch: Liturgie


Leidensweg Christi in der Hl. Messe

* Der Priester

1. Geht zum Altar.

2. Fängt die Heilige Messe an.

3. Betet das Confiteor.

4. Geht hinauf und küsst den Altar.

5. Geht an die Epistelseite.

6. Liest den Introitus.

7. Geht in die Mitte des Altars und betet Kyrie.

8. Sagt das Dominus vobiscum.

9. Liest die Epistel.

10. Betet in der Mitte des Altars: Munda Cor meum.

11. Liest das Evangelium.

12. Deckt den Kelch ab.

13. Opfert Brot und Wein.

14. Deckt den Kelch zu.

15. Wascht die Hände.

16. Sagt: Orate Frates.

17. Verrichtet in der Stille die Gebete.

18. Spricht die Präfation mit dem Sanctus.

19. Macht das Memento für die Lebendigen.

20. Fährt still im Gebete fort.

21. Segnet das Opfer, Brot und Wein mit dem Kreuzzeichen.

22. Hebt die heilige Hostie empor.

23. Hebt den Kelch auf.

24. Fährt wieder still zu beten fort.

25. Spricht laut: Nobis quoque peccatoribus.

26. Spricht das Pater noster.

27. Bricht und zerteilt die Hostie.

28. Läßt einen kleinen Partikel von der heiligen Hostie in den Kelch fallen.

29. Sagt das Agnus Dei.

30. Verrichtet die heilige Kommunion.

31. Reinigt den Kelch.

32. Richtet den Kelch wieder zusammen.

33. Sagt Dominus vobiscum.

34. Spricht die letzten Gebete.

35. Sagt das letzte Dominus vobiscum.

36. Gibt dem Volke den Segen.

37. Sagt: Ite Missa est und betet das letzte Evanglium.


* Jesus Christus

1. Geht an den Ölberg.

2. Fängt an zu beten.

3. Fällt nieder und schwitzt Blut.

4. Wird von Judas mit einem Kuß verraten.

5. Wird gefangen und gebunden zu Annas geführt.

6. Wird bei Annas falsch angeklagt und gelästert.

7. Wird zu Kaiphas geführt, von Petrus dreimal verleugnet.

8. Sieht Petrus an und bekehrt ihn.

9. Wird zu Pilatus geführt.

10. Wird zu Herodes geführt und dort verspottet.

11. Wird wieder zu Pilatus geführt und dort angeklagt.

12. Wird schmählich entblößt.

13. Wird grausam gegeißelt.

14. Wird mit Dornen gekrönt.

15. Wird von Pilatus unschuldig erklärt.

16. Wird von Pilatus mit den Worten Ecce Homo! Dem Volke vorgestellt.

17. Wird verspieen und verspottet.

18. Wird dem Mörder Barrabas nachgesetzt und zum Kreuztod verurteilt.

19. Trägt das Kreuz auf den Kalvarienberg.

20. Begegnet Seiner heiligen Mutter und den frommen Frauen.

21. Wird ans Kreuz genagelt.

22. Wird am Kreuze erhöht.

23. Vergießt Sein Blut aus den fünf Wunden.

24. Siehet Seine betrübte Mutter unter dem Kreuze.

25. Betet am Kreuze für die Menschen.

26. Spricht die sieben Worte am Kreuze.

27. Gibt den Geist auf und stirbt.

28. Steigt der Seele nach in die Vorhölle hinab.

29. Wird von Vielen beim Kreuze als der Sohn Gottes erkannt.

30. Wird in das Grab gelegt.

31. Wird von den frommen Frauen gesalbt.

32. Stehet wieder von den Toten auf.

33. Erscheint Seiner Mutter und den Jüngern.

34. Erscheint Seinen Jüngern und lehrt sie noch vierzig Tage lang.

35. Nimmt Abschied von Seinen Jüngern und fährt in den Himmel.

36. Sendet den Heiligen Geist.

37. Schicket die Apostel aus in die ganze Welt, das Evangelium zu predigen.


Q.