Liturgische Gewaender

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Warum besondere Messgewänder

Unsere Heilige Kirche spricht durch die liturgische Kleidung bei der heiligen Messe zu Priester und Volk. Die Messgewänder sind die Zeichensprache der Kirche, die eindrucksvoll ist als bloße Worte. Die liturgische Kleidung des Priesters bei der heiligen Messe ist geschichtlich begründet. In den ersten Jahrhunderten der Kirche waren die Gewänder, die jetzt der Priester bei der Darbringung des heiligen Opfers trägt, die gewöhnliche Kleidung der Laien zu Hause und auf der Straße. Seit jener Zeit hat, wie wir alle wissen, die Mode jedes Jahrhunderts gewechselt. Die Kirche aber hat die ursprünglichen Gewänder als kostbares Erbe beibehalten. Dadurch will sie uns im Geiste zurückführen durch all die Jahrhunderte bis zur ersten heiligen Messe, die Christus selbst beim Letzten Abendmahl feierte. Zugleich will sie uns dadurch einen anschaulichen geschichtlichen Beweis für das Alter der heiligen Messe geben und uns daran erinnern, das jede heilige Messe, die jetzt in unseren Kirchen gefeiert wird, dasselbe Opfer ist, das einst der Heiland auf dem Kalvarienberg darbrachte. Die liturgische Kleidung ist sodann eine Opferkleidung. Der Priester, der sie trägt wird daran erinnert, dass jedes Stück dieser Kleidung in Beziehung steht zu Christus, wie er auf sein Kreuzesopfer wartet. Du siehst, wie der Priester vom Kopf bis zum Fuß mit Gewändern bekleidet ist, die ein Erinnerungszeichen an das Leiden Christi sind. Dadurch wirst du daran erinnert dass du alles, was Christus feindlich ist, ablegen und „Christus anziehen" musst. Lass dich durch nichts davon abhalten, magst du jung oder alt verheiratet oder ledig, reich oder arm sein alles zu opfern, wenn der liebe Gott es von dir fordert, damit du Christus anziehen,“ d.h. ihm in allem folgen kannst! Die liturgische Kleidung ist schließlich ein Symbol der und Pflichten derjenigen die Christus dienen wollen. Sie versinnbildet „ wie wir uns auf die heilige Messe vorbereiten," und „wie wir nach der heiligen Messe leben» sollen. Diese liturgische Kleidung ist nicht nur etwas was schon aussieht, sondern sie lehrt uns tiefe und ernste Wahrheiten. Jedes einzelne liturgischen Gewand hat seine eigene Bedeutung. Der Priester muss ein besonderes verrichten wenn er es anlegt, und wahrend er es trägt, darf er nicht vergessen was es versinnbildet Schon im gewöhnlichen Leben ist es ja so, dass die Kleidung die wir daheim oder auf dem Arbeitsplatz, bei Hochzeiten oder Beerdigungen tragen, vielfach unsere Geistesrichtung und unsere Stimmung anzeigt Schon im öffentlichen Leben ist es ja so die Soldaten- oder Polizisten-Uniform ein Symbol der Pflichterfüllung im Dienste des Staates ist. Um wie viel mehr muss das dann für die liturgische Kleidung bei der heiligen Messe zutreffen! Sie ist ein Symbol der Arbeit und des Leidens im Dienste Gottes und des Nächsten.

Die liturgische Kleidung des Priesters am Altare — ein Symbol deiner Kleidung bei der hl. Messe. „Sei nicht ängstlich besorgt für den Leib, was du anziehen sollst" (Lukas XII, 22), wenn du zur Messe gehst; denn ,, um all das sorgen sich die Heiden (Matth. VI, 32). „Kleider machen nicht Leute." Der „korrekt gekleidete" Christ ist der, der sich innerlich auf die heilige Messe vorbereitet und seine Seele mit Tugenden geschmückt hat.


DAS MESSGEWAND

AUSSEHEN UND JETZIGER GEBRAUCH: Das hinten mit einem großen Kreuz verzierte Obergewand, das die anderen heiligen Gewänder vorn und hinten fast völlig bedeckt. FRÜHERER GEBRAUCH: Ein praktisches Schutzkleid bei schlechtem Wetter. Es wird auch Kasula genannt nach dem lateinischen Wort „casula," auf deutsch „kleines Haus." BEZIEHUNG zu CHRISTUS: Das Messgewand ist ein Sinnbild von Jesu Leibrock ohne Naht, den nach

DAS SCHULTERTUCH

AUSSEHEN UND JETZIGER GEBRAUCH: Ein Stück Linnen von der Größe eines kleinen Schals, mit dem der Priester zuerst sein Haupt berührt und das er dann um Hals und Schultern legt. FRÜHERER GEBRAUCH: Eine Kopfbedeckung oder Kapuze für den Aufenthalt im Freien. Im Innern des Hauses wurde es auf die Schultern zurückgeschlagen. BEZIEHUNG zu CHRISTUS: Es erinnert uns an das Tuch, mit dem Christus bei seiner Verspottung durch die Henkersknechte die Augen verbunden wurden. BEDEUTUNG FÜR UNS: Wenn der Priester es umlegt, so berührt er damit zuerst sein Haupt, um anzudeuten, dass er während der hl. Messe von eitlen und bösen Gedanken frei sein soll; dann legt er es um den Hals, um anzudeuten, dass er vor und nach der hl. Messe seine Zunge im Zaum halten muss. GEBET BEIM UMLEGEN DES SCHULTERTÜCHS: „Lege, O Herr, den Helm des Heiles auf mein Haupt, damit ich den Angriffen des Teufels widerstehen kann.“

DIE ALBE

AUSSEHEN UND JETZIGER GEBRAUCH: Ein weites faltenreiches Gewand aus weißem Linnen, das den ganzen Körper vom Hals bis zu den Füßen bedeckt. FRÜHERER GEBRAUCH: Der Name kommt vom lateinischen Wort „Alba," auf deutsch „weiß." Solch ein weißes Gewand war die gewöhnliche Kleidung in warmen Gegenden; man findet es auch heute noch in Kleinasien. Auch trugen im alten Rom die Würdenträger und Machthaber ein weißes Gewand mit vollen Ärmeln. BEZIEHUNG zu CHRISTUS: Herodes bekleidete den Herrn mit einem Spottgewande zur Belustigung seines schamlosen Gefolges. BEDEUTUNG FÜR UNS: Die weiße Albe versinnbildet die Reinheit an Leib und Seele, die vom Priester und von allen, die der hl. Messe andächtig beiwohnen, gefordert wird. Sie zeigt uns, dass die Nacht unserer Sünden vor dem Lichte der Gnade Christi verschwindet. GEBET BEIM ANZIEHEN DER ALBE: „Mach mich weiß, o Herr, und reinige mein Herz, damit ich, gereinigt im Blute des Lammes, des ewigen Lohnes teilhaftig werde."

DAS ZINGULUM

AUSSEHEN UND JETZIGER GEBRAUCH: Ein dicker Strick aus Seide, Leinwand oder Baumwolle, oft mit Quasten an den Enden, der den Leib umgürtet. FRÜHERER GEBRAUCH: Es diente dazu die lange, faltenreiche Albe aufzuschürzen, damit sie nicht beim Gehen und Arbeiten hinderlich war. BEZIEHUNG ZU CHRISTUS: Es versinnbildet das Tuch mit dem Christus sich beim Letzten Abendmahl umgürtete um nach der Fußwaschung die Füße der Apostel abzutrocknen. Außerdem erinnert es uns an den Strick, mit dem der Herr an die Geißelsäule gebunden wurde. BEDEUTUNG FÜR UNS: Es sagt uns, dass wir uns rüsten müssen zu harter Arbeit im Dienste Gottes und zur Bekämpfung unserer Leidenschaften, damit wir keusch und geistig stark bleiben. GEBET BEIM ANLEGEN DES ZINGULUMS: „Umgürte mich, o Herr, mit dem Gürtel der Keuschheit und lösche aus in mir das Feuer der Leidenschaft, damit in mir die Tugend der Mäßigkeit und Reinheit bleiben möge."

DER MANIPEL

AUSSEHEN UND JETZIGER GEBRAUCH: Ein Tuchstreifen aus demselben Stoff und von derselben Farbe wie die Stola und das Messgewand. Er ist ungefähr 10 cm breit und 60 cm lang und wird am linken Arm getragen. FRÜHERER GEBRAUCH: In heißen Gegenden trug man früher ein solches Tuch am Arm, um damit den Staub und Schweiß ab- , zuwischen; seine Falten benützte man auch als Börse. BEZIEHUNG zu CHRISTUS: Der Manipel erinnert uns an die Fesseln, mit denen die Hände Jesu gebunden wurden, sowie an den Strick, mit dem er zur Richtstätte geführt wurde. BEDEUTUNG FÜR UNS: Die Bezeichnung Manipel kommt von den beiden lateinischen Wörtern „manus plena," auf deutsch „volle Hand." Der Manipel versinnbildet deshalb, dass wir einst mit vollen Händen vor dem ewigen Richter erscheinen müssen; d.h. dass wir uns durch geduldiges Arbeiten und demütiges Dienen den Himmel verdienen müssen. GEBET BEIM ANLEGEN DES MANIPELS: „Mach mich würdig, o Herr, den Manipel der Tränen und des Schmerzes zu tragen, damit ich einst mit Freuden den Lohn meiner Arbeit genießen möge."

DIE STOLA

AUSSEHEN UND JETZIGER GEBRAUCH: Ein langer Streifen Tuches, ungefähr 8 bis 10 cm breit und 2 bis 2 1/2 m lang, aus demselben Stoff und von derselben Farbe wie das Messgewand. Die Stola liegt hinten um den Hals herum, ihre zwei Enden fallen dann vorn über die Schultern herab, werden über der Brust gekreuzt und schließlich mit den Enden des Zingulums befestigt. FRÜHERER GEBRAUCH: Ein Schal oder Halstuch; später ein Ehrenabzeichen für Würdenträger oder ein Amtsabzeichen für Beamte. BEZIEHUNG zu CHRISTUS: Die Stola erinnert uns an das Kreuz, das auf dem Wege zum Kalvarienberge auf den Schultern des Heilandes lag. BEDEUTUNG FÜR UNS: Dadurch, dass die Stola Hals, Schultern und Brust bedeckt, erinnert sie uns an unsere ehrenvolle Pflicht täglich freudig und eifrig für Christus zu arbeiten und dabei an die Unsterblichkeit unserer Seele ZU denken. GEBET BEIM UMLEGEN DER STOLA: „Gib mir zurück, o Herr, das Gewand der Unsterblichkeit, das ich durch die Sünde der Stammeltern verloren habe; und obwohl ich unwürdig bin mich Deinen heiligen Geheimnissen zu nahen, verleihe mir doch die ewige Glückseligkeit."

DIE LITURGISCHEN FARBEN der Überlieferung die Mutter Gottes gewoben hatte, und über dessen Besitz die Soldaten unter dem Kreuze das Los warfen. BEDEUTUNG FÜR UNS: Das Messgewand versinnbildet das Joch der Gebote des Herrn, das wir aus Liebe zu ihm auf uns nehmen müssen. GEBET BEIM ANZIEHEN DES MESSGEWANDES; „O Herr, der Du gesagt hast: Mein Joch ist süß und meine Bürde ist leicht, hilf mir mein Kreuz so zu tragen, dass ich Deiner Gnade würdig werde."

DIE KIRCHLICHEN FARBEN

SCHULTERTUCH, Albe und Gürtel sind gewöhnlich aus weißer Leinwand, während Manipel, Stola und Messgewand aus wertvollerem Stoff verfertigt sind. Letztere kommen in den sechs liturgischen Farben, je nach den Festen oder kirchlichen Jahreszeiten. Diese liturgischen Farben sind: weiß, rot, grün, violett, rosa und schwarz. Statt weiß, rot oder grün kann auch Gold benützt werden.

DIE LITURGISCHEN FARBEN

Weiß das Symbol des Lichtes, der Freude, der Reinheit; es wird gebraucht an allen Festen des Herrn mit Ausnahme derer, die sich auf sein Leiden beziehen; an allen Festen der Mutter Gottes; und an den Festen der Heiligen, die nicht den Martertod starben. Rot ist das Symbol des Blutes und des Feuers; es wird gebraucht an den Festen des Heiliger Geiste und der Märtyrer Grün ist das Symbol der Hoffnung; es wird gebraucht an den Sonntagen nach Dreikönig bis Septuagesima und an den Sonntagen nach Pfingsten bis zum Advent. Violet is das Symbol der Buße; es wird gebraucht im Advent und in der Fastenzeit. Rosa ist das Symbol der Freude in der Bußzeit; es wird gebraucht am dritten Sonntag im Advent und am dritten Sonntag in der Fastenzeit. Schwarz ist das Symbol der Trauer; es wird nur am Karfreitag und in den Messen für die Verstorbenen gebraucht.

Quelle: Mein Sonntags Messbuch der Kriegshilfe der Nationaler Katholischen Wohlfahrts Konferenz 1947 Verlag :Confraternity of the Preciious Blood Printed and Baund in the USA


Siehe auch: