Laurentius von Brindisi

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Fest

21. Juli

Lebensbeschreibung

Der heilige Laurentius von Brindisi, General des Kapuziner-Ordens und wohl einer der größten Männer desselben, wurde am 22. Juli 1559 zu Brindisi (Brundusium), der bekannten uralten Seestadt des Königreichs Neapel, von sehr vornehmen Eltern geboren und erhielt am nächsten Tage in der hl. Taufe den Namen Julius Cäsar. Sein Vater, Wilhelm von Rossi, und seine Mutter, Elisabeth Masella, erzogen ihn in der Furcht Gottes und schon in der frühesten Kindheit zeigte er große Frömmigkeit, so daß man ihn deswegen, so wie wegen seiner körperlichen Schönheit und der Fähigkeiten seines Geistes »den kleinen Engel« nannte.

Kaum hatte er das vierte Lebensjahr erreicht, als er sich von allen, seinem Alter gewöhnlichen, Vergnügungen losmachte, und durch die Eingezogenheit seines Äußeren Alle erbaute, die mit ihm in Berührung kamen. Jetzt entstand, auch in ihm das Verlangen nach dem Ordensstande, und da er in denselben noch nicht eintreten konnte, so wünschte er wenigstens das Kleid des hl. Franziskus, welches er denn auch erhielt und zwar im Kloster St. Paul zu Brindisi, wo die Konventualen wohnten, die das väterliche Haus öfter besuchten. Er wohnte nun fast beständig im Kloster, wo er von den Ordensmännern, und namentlich von dem berühmten Prediger P. Virgilius Giacomo, Erziehung und Unterricht erhielt. Unter dieser Leitung machte er große Fortschritte und da es in Brindisi, wie in anderen Städten Italiens, gebräuchlich war, dass Knaben während der Oktav vor Weihachten in einigen Kirchen Vorträge hielten, die sich auf die Geburt des göttlichen Erlösers bezogen, so hielt auch Julius in einem Alter von 6 Jahren in der Domkirche solche Vorträge, die auf alle Zuhörer einen großen Eindruck machten und mehrere Bekehrungen veranlassten.

Im Alter von etwa 12 Jahren verlor er seinen frommen Vater durch den Tod, und seine Mutter wünschte nun sehnlichst, dass ihr Sohn bei ihr bleiben und das große Hauswesen leiten möge. Allein Julius fühlte sich zu etwas Anderem berufen und um nun dem weiteren Andringen seiner Mutter auszuweichen, glaubte er mit 14 Jahren nach eifrigem Gebete den Willen Gottes darin zu erkennen, daß er sich entschloß, nach Venedig, Namens Petrus, als Priester an der St. Markus-Kirche lebe. Zwar suchten ihn die Konventualen, welche ihn als Mitbruder bei sich zu behalten wünschten, davon abzuhalten; da aber endlich auch sie den Willen Gottes hierin erkannten, stimmten sie nicht blos selbst bei, sondern erwirkten auch die Einwilligung seiner Mutter. Nach einer glücklichen Seefahrt in Venedig angekommen, legte er das Kleid der Konventualen, welches er noch immer getragen hatte, ab, und kleidete sich wie die jungen Kleriker an der St. Markus-Kirche, mit denen er nun den Studien oblag. Im Hause seines Onkels wohnend führte er das Leben eines zweiten Hl. Aloysius in Unschuld und Bußfertigkeit, so daß Alles über eine solche Tugend in so zartem Alter sich verwunderte.

Nach etwa 2 Jahren faßte er den Entschluß, in den Kapuziner-Orden, den er in Venedig kennen gelernt hatte, zu treten, wurde auch wirklich am 18. Febr. 1575 von dem Provinzial Laurentius von Bergamo zu Verona, wo damals das Noviziat sich befand, eingekleidet und erhielt nun den Namen Laurentius. Während seines Noviziates, welches er, wie sich denken läßt, in großem Eifer nach Vollkommenheit zubrachte, wurde er so bedenklich krank, daß sogar seine Profeß-Ablegung um mehrere Wochen verschoben werden mußte. Am 24. März 1576, am Vorabende des Festes Mariä Verkündigung, wurde ihm endlich diese Gnade, nach welcher er sich so sehr sehnte, zu Teil. Jetzt wurde er nach Padua gesendet, um an der Hochschule seine Studien zu vollenden. Hatte man bisher vorzüglich seine Frömmigkeit bewundert, so bewunderte man nun noch mehr seinen erstaunlichen Fortschritt in allen Wissenschaften. Besonders erstaunlich ist seine Sprachenkenntnis. Er erlernte nebst der lateinischen und griechischen auch die hebräische und chaldäische, die deutsche und tschechische, die französische und spanische Sprache so vollständig, daß er in jeder derselben ohne Anstand predigen konnte. Sein Gedächtnis war so erstaunlich, daß er selbst einst sagte, er glaube im Stande zu sein, die ganze heilige Schrift, wenn selbe verloren gehen würde, hebräisch von Wort zu Wort wieder herzustellen. Dieses und die vielen andern wunderbaren Vorkommnisse in seinem bewegten Leben gaben damals schon dem Glauben Raum, er habe auf wunderbare Weise vom Himmel die Gabe der Sprachen erlangt.

Nachdem er bereits 5 Jahre zu Padua in den Studien zugebracht, wurde er als Lektor nach Venedig geschickt; und da er in der Fastenzeit 1582 in der Kirche zu St. Johann, wo sein Onkel jetzt Pfarrer war, die Fastenpredigten halten sollte, erhielt er auch die hl. Weihe des Diakonats. Aus Demut weigerte er sich lange, Priester zu werden; nur aus Gehorsam konnte er endlich dahin gebracht werden, die hl. Priesterweihe zu empfangen, was wahrscheinlich zu Venedig geschah während des Jahres 1583. Im Jahre 1584 hielt er die Fastenpredigten in der Domkirche zu Verona; auch zu Padua und in andern Städten Italiens verkündete er das Wort Gottes, und zwar überall mit außerordentlichem Erfolge. Am segensvollsten war sein Wirken zu Pavia, besonders unter den Studierenden der dortigen berühmten Hochschule. Überall, wohin er kam, übte er auch einen wunderbaren Einfluß auf die Juden aus; er bekehrte sehr Viele zu Christus, wozu ihm seine erstaunliche Kenntnis und Gewandtheit in der hebräischen Sprache sehr zu statten kam. Im J. 1587 wurde er Guardian im Kloster zu Venedig; im J. 1590 wurde er im Ordens-Kapitel, gehalten zu Cortona, zum Provinzial für die Provinz Toscana gewählt; im J. 1593 ward er Provinzial in seiner Provinz Venedig. Es ist wohl unnötig, zu erwähnen, daß er diese Ämter in einer Weise verwaltete, wie es sich von einem solch großen Manne erwarten ließ.

Im Frühjahr 1596 reiste er zum General-Kapitel seines Ordens nach Rom, wo er am 31. Mai im Kloster um hl. Bonaventura, in welchem damals das Kapitel gehalten ward, zum dritten General-Definitor erwählt wurde. Da Laurentius als General-Definitor in Rom wohnen mußte, gebrauchte ihn Papst Clemens VIII., der längst schon von dem großen Manne gehört hatte und sich nun ungemein freute, ihn persönlich kennen zu lernen, zur Bekehrung der Juden in Rom. Im J. 1598 mußte er im Auftrage des Papstes die Fastenpredigten in Ferrara übernehmen; Clemens VIII. war selbst unter seinen Zuhörern. Bald darauf erwählte ihn die Schweizer-Provinz, obwohl er dort ganz fremd war, zum Provinzial, welche Wahl er jedoch aus Gründen ablehnte.

Auf dem nächsten General- Kapitel zu Rom wurde er wieder zum General-Definitor (diesmal zum fünften) erwählt. Auf diesem Kapitel wurde auch beschlossen, den Kapuziner-Orden nach Deutschland zu verpflanzen, da der Gesandte des Kaisers Rudolph II. schon seit 2 Jahren in dieser Angelegenheit in Rom Unterhandlungen pflog. Zu diesem wichtigen, schwierigen Geschäfte wurde wieder Laurentius ausersehen. Er reiste mit mehreren Mitbrüdern (11 Priestern und 2 Laienbrüdern) nach Wien und nach Prag, wo damals der Kaiser residierte. Nach Überwindung außerordentlicher Schwierigkeit gelang es endlich, daß sowohl zu Prag, als auch zu Wien und Graz ein Kapuzinerkloster errichtet werden konnte. Es geschah im Jubeljahre 1600. Nachdem Laurentius diese schwierige Aufgabe gelöst, glaubte er, es werde nun auch eine Zeit der Ruhe für ihn gekommen sein; allein dem war nicht so, sondern er wurde vielmehr mit einer neuen, sehr schwierigen Mission betraut.

Die Türken drohten nämlich unter Mohammed III. mehr als je über Ungarn nach Deutschland einzubrechen. Um nun die Churfürsten und Großen des Reiches zur Beihilfe zu einem notwendig zu unternehmenden Feldzuge gegen jene zu vermögen, sendete Kaiser Rudolph unsern Laurentius an alle Höfe Deutschlands. Auch dieses Geschäft vollführte der Heilige zur höchsten Zufriedenheit. Bei dieser Gelegenheit war es, daß Herzog Max I. von Bayern den Hl. Laurentius persönlich kennen und sogleich auch hochschätzen und lieben lernte. Nun wurde ihm auch vom Papste durch den Nuntius Spinelli in Wien der Auftrag erteilt, als oberster Feldpater nach Ungarn in die Front mitzuziehen. So zog nun unser Heiliger, wie ein zweiter Johannes Capistranus, blos mit einem Kreuze in der Hand, unerschrocken an der Spitze des nur 18,000 Mann zählenden christlichen Heeres dem Kugelregen der Türken entgegen, deren Anzahl 80,000 Mann betrug. Der herrliche Sieg, den das Christenheer am 11. Oktober 1601, so wie drei oder vier Tage später bei Stuhlweissenburg über die Türken davontrug, wurde allgemein dem Gebete und dem mutvollen Beispiele des Dieners Gottes zugeschrieben. Das Kreuz, welches er während dieser Schlachten in der Hand hatte, wird mit noch mehreren Reliquien des Hl. Laurentius im Kapuzinerkloster zu Innsbruck aufbewahrt.

Im nächsten Frühling 1602 reiste er nach Rom zum General-Kapitel und wurde einstimmig zum (19.) General-Vicar seines Ordens gewählt. Als General durchreiste er Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland, um nach Vorschrift alle Klöster seines Ordens zu visitieren, und wurde überall von allem Volke, von Hoch und Nieder, wie ein Heiliger begrüßt und geehrt, um so mehr, da der Herr seinen treuen Diener fortwährend mit Wunderzeichen verherrlichte. Noch während seines Generalates, am 3. März 1605, starb Papst Clemens VIII. Laurentius, der sich gerade zu Neapel auf Visitation befand, hielt diesem großen Papste, der ihm persönlich befreundet war, eine geziemende Lobrede. Am 27. Mai 1605 hielt der Hl. Laurentius das General-Kapitel im Kloster zum hl. Bonaeventura in Rom, wo auf seinen Rat P. Silvester v. Assisi zum 20. General-Vicar des Kapuziner-Ordens erwählt wurde. Laurentius zog sich in seine Provinz Venedig zurück, und wollte nun ganz der Frömmigkeit und dem Umgang mit Gott leben; allein man ließ ihm wenig Ruhe. Schon vor seiner Abreise von Rom mußte er dem Bischof von Aversa im Neapolitanischen versprechen, im nächsten Jahre (1606) in seiner Kathedrale die Fastenpredigten zu halten. Aber auch noch mit verschiedenen andern sehr schwierigen Geschäften wurde er während dieser Zeit überhäuft.

Als er die Fastenpredigten in Aversa mit großem Segen beendigt hatte, wurde er vom Papste Paulus V. als Ordens-Kommissär wieder nach Deutschland zum Kaiser Rudolph II. gesendet, der ihn verlangt hatte. Auf dieser Reise kam er in Bayern durch die Stadt Donauwörth, wo er und sein Gefährte von den Neugläubigen auf's Heftigste insultiert wurden. Er war es auch, der dann in Prag dem Kaiser den traurigen Zustand der Katholiken in Donauwörth an's Herz legte, worauf Herzog Max I. von Bayern im Auftrag des Kaisers die rebellischen Einwohner Donauwörths gebührend züchtigte und den Katholiken wieder Ruhe verschaffte. Im Sommer 1607 kam er nach Prag, wo er sich, einige Geschäfts-, Missions- und Visitations- Reisen abgerechnet, bis zum Jahre 1610 aufhielt. In diesem Jahre finden wir ihn als apostolischen Nuntius und Gesandten des spanischen Königs am Hofe zu München. Im J. 1611 leitete er die bayerische Kapuziner-Provinz als General-Kommissär. Unter seiner Mitwirkung gründete Herzog Max das Kapuzinerkloster zu Landshut. Dieser fromme Herzog machte dem Heiligen zum Vertrautesten seines Herzens und würdigte ihn seiner innigsten Freundschaft. Er soll ihm auch öfters in der Gruftkapelle des Kapuzinerklosters bei der hl. Messe ministriert haben. F

Von München aus machte der eifrige Diener Gottes auch öftere Missions-Reisen in protestantische Gegenden, visitierte die deutschen Klöster seines Ordens, empfahl dem neuen Kaiser Mathias in Wien persönlich seinen Orden, nahm dann zu Anfang des Jahres 1613 von seinem herzoglichen Freunde Max den zärtlichsten Abschied, und reiste über Loretto, wo er sich die ganze hl. Fastenzeit aufhielt, nach Rom zum General-Kapitel, welches am 24. Mai stattfand. Hier wurde er wieder (diesmal zum vierten) General- Definitor erwählt. Bald darauf wählte ihn die Provinz Genua zu ihrem Provinzial. Während der Zeit, da er diese Provinz regierte, ist unter dem vielen Guten, das er wirkte, vor allem zu erwähnen die Friedensstiftung zwischen dem spanischen Statthalter zu Mailand und dem Herzoge von Savoyen, wodurch endlich dem vielen Blutvergießen und namenlosen Jammer ein Ende gemacht wurde.

Im J. 1618 hielt er die Fastenpredigten in Mailand. Von da aus besuchte er seine Mitbrüder in Venedig. Von dort reiste er wieder nach Rom zum General-Kapitel, welches am 1. Juni gefeiert wurde. Auf Laurentius fiel abermals die Wahl zum 4. General-Definitor. Hier erhielt er auch den Auftrag, nach seiner Vaterstadt Brindisi zu reisen, und zwar in Angelegenheit des Kapuzinerinnen-Klosters, welches Herzog Max von Bayern dort hatte erbauen lassen. Er nahm seinen Weg über Neapel, wo er sich Krankheit halber länger aufhalten mußte. Kaum wieder etwas genesen, wurde er, ohne noch zuvor nach Brindisi abreisen zu können, mit einer noch wichtigeren Mission betraut. Neapel war damals eine Provinz von Spanien, und wurde von einem Statthalter regiert. Mit dem damaligen war man im höchsten Grade unzufrieden, weil er mit tyrannischer Willkür herrschte. Man wollte eine Deputation mit Klagen an König Philipp III. nach Spanien senden und glaubte zu dieser Sendung Niemanden tauglicher, als unseren Diener Gottes. Als dieser hörte, es sei auch der Wunsch und Wille des heil. Vaters, des Papstes, daß er sich diesem schwierigen Geschäfte unterziehe, stand er keinen Augenblick an, sich zu dieser beschwerlichen und gefahrvollen Reise zu rüsten. Es sollte seine Letzte sein. Kaum war er, nach Überwindung unbeschreiblich vieler und großer Hindernisse, nach Erlebnis wahrer Abenteuer in Lissabon angekommen, wo sich damals König Philipp III., der zu jener Zeit auch Portugal unter seinem Zepter vereinigte, aufhielt. Kaum hatte er dem Könige die Angelegenheiten des bedrängten neapolitanischen Volkes vorgetragen, da erkrankte er sehr schwer, und obgleich die ausgezeichnetsten Ärzte, welche ihr Möglichstes taten, das Übel nicht für unheilbar erachteten, sprach es der gottergebene Kranke doch bestimmt und wiederholt aus, daß sein Ende nahe.

Und so starb er denn, wie Heilige sterben, selig im Herrn am 22. Juli 1619 als am Feste der hl. Maria Magdalena, seinem 60. Geburtstage.

Schlusswort

Mit Vorstehendem wäre nun das äußerliche Leben dieses großen Mannes, freilich nur in sehr kurzen Umrissen, gezeichnet. Er war aber nicht bloß ein großer, berühmter Mann, der durch sein Wirken in die Ereignisse der Weltgeschichte tätig eingriff; er war auch ein großer Heiliger. Wer wird aber im Stand sein, das gottinnige Leben von diesem hl. Diener Gottes zu schildern? Sein immerwährendes Beten und Fasten, seine Nachtwachen und blutigen Geißlungen, seine inbrünstige Andacht beim hl. Meßopfer, während welchem er häufig in Ekstase geriet und stundenlang in der Luft schwebend gesehen wurde; dann seine Sanftmut in allen Widerwärtigkeiten und Verfolgungen, seine Geduld in seinen vielen Krankheiten, wer könnte all das schildern? Er hatte, um nur Eines zu erwähnen, beinahe seine ganze Lebenszeit hindurch am Podagra zu leiden, und doch machte er seine vielen Reisen meistens zu Fuß. Der liebe Gott verherrlichte aber auch seinen Diener mit allen jenen Charismen, die er nur großen Heiligen zu verleihen pflegt, mit der Gabe der Weissagung und der Krankenheilungen etc.

Von der wunderbaren Sprachengabe haben wir schon oben Erwähnung getan. Darum trauerte man auch in ganz Europa über seinen Tod. Zwei Orden stritten sich in Lissabon um seinen hl. Leichnam. Um daher dem Streite ein Ende zu machen, wurde derselbe mit Einwilligung des Königs heimlich nach Villafranca in Galizien, einer spanischen Provinz, gebracht und im dortigen Kloster zur hl. Clara begraben, wo er wahrscheinlich noch ruht.

Es war gerade der Namenstag des Heiligen, das Fest des hl. Laurentius (10. Aug. 1619), als man mit seinem hl. Leibe in Villafranca ankam, bei welcher Veranlassung sich verschiedene wunderbare Dinge ereigneten. So z.B. fingen alle Glocken der ganzen Stadt von selbst zu läuten an u. s. w. Bald nach seinem Tode wurde der hl. Leichnam geöffnet; da fand sich sein Herz außerordentlich groß. In dieses hl. Herz teilten sich nun seine 2 Gefährten, die ihn auf seiner letzten Reise begleitet hatten. Einer von ihnen, P. Johann Maria von Monteforte, brachte einen Partikel von seinem Anteil dem Herzog Max von Bayern. Diese kostbare Reliquie kam dann in das Kapuzinerkloster zu München, wo sie seit der Seligsprechung des Dieners Gottes in der Gruftkapelle bei dem Gnadenbilde der Mutter Gottes, vor welchem der hl. Laurentius so viele Stunden in frommer Andacht zugebracht hatte, zur Verehrung ausgesetzt wurde. Bei der Säcularisation der Klöster in Bayern kam diese Reliquie in das Zentralkloster der Kapuziner nach Altötting, das schöne Gnadenbild aber in die königl. Bildergallerie nach Schleißheim.

Im J. 1854 kam dieses Bild, eines der schönsten Werke des berühmten Malers Peter Candid, wieder in das neuerrichtete Kapuzinerkloster zur schmerzhaften Kapelle in München, wohin man auch das Herz des Heligen wieder brachte. Und so werden beide Heiligtümer wieder in einer eigenen Kapelle dort verehrt.

Selig- und Heiligsprechung

Da Gott seinen Diener, wie zu dessen Lebzeiten schon, so auch nach dem Tode mit vielen Wundern und Zeichen verherrlichte, so wurde sein Seligsprechungsprozess bald nach seinem Tode eingeleitet, zog sich aber sehr in die Länge, so daß er erst unter Papst Pius VI. zur Vollendung kam. Das Dekret der Seligsprechung wurde am 23. Mai 1783 ausgefertigt, und die feierliche Seligsprechung selbst erfolgte am 1. Juni 1783 zu Rom im Vatikan.

Als Tag seiner Festfeier wurde der 7. Juli bestimmt. Churfürst Carl Theodor von Bayern wohnte dieser Feierlichkeit persönlich bei, und bat bei dieser Gelegenheit den Papst inständig, den Heiligsprechungs-Prozess dieses großen Dieners Gottes fortzusetzen. 1881 erfolgte Laurentius' Heiligsprechung durch Papst Leo XIII.; 1959 erhielt er von Papst Johannes XXIII. den Titel eines Kirchenlehrers.

Abbildung des Heiligen

Abgebildet wird der Heilige häufig, wie er die hl. Messe liest, und ihm nach der hl. Wandlung das Jesuskindlein erscheint, was sich öfters ereignete, und auch in München einmal von dem bei seiner hl. Messe dienenden Bruder gesehen wurde. Auch wird er dargestellt vor einem Bilde Mariä, meistens der unbefleckten Empfängnis, stehend oder knieend.


(Quelle: nach Vollständiges Heiligen-Lexikon von J.E. Stadler, F.J.Heim und J.N. Ginal, Augsburg 1858-1882, digitalisiert und mit freundlicher Genehmigung von Digitale Bibliothek, Verlag Directmedia Publisching GmbH, CD DB 106, http://www.zeno.org, von FJM überarbeitete Fassung)