Papst Pius V

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Pius V. (Antonio Michele Ghislieri * 17. Januar 1504 † 01. Mai 1572) war von 1565-1572 Papst der römisch-katholischen Kirche und wurde von Papst Clemens XI. 1712 heilig gesprochen.

Fest

30. April

Werdegang

Der heilige Papst Pius V. wurde im Jahre 1504 zu Bosco in Oberitalien geboren und erhielt in der heiligen Taufe den Namen Michael. Seine Eltern waren von Adel, (der Vater gehörte dem Hause der Ghislieri an), waren aber durch Unglücksfälle fast verarmt. Schon als Kind zeigte er ein eifriges Verlangen zum Studieren, um Priester zu werden. Gott fügte es, dass zwei Dominikaner nach Bosco kamen. Ihnen bekundete er sein Verlangen. Beide Ordenspriester entdeckten etwas Besonderes an dem noch jungen Michael und nahmen ihn daher mit sich in ihr Kloster, wo er dem Studieren oblag und dann in den heiligen Orden selbst aufgenommen wurde. Nachdem Michael die Gelübde abgelegt hatte, widmete er sich den Wissenschaften mit solchem Erfolge, dass man ihm bald die Novizen zum Unterrichte und zur Leitung anvertraute. Dann versah er einige Jahre lang die Stelle eines Predigers, mehrere Jahre aber das Amt eines Obern (Prior) in verschiedenene Klöstern, da man an ihm eine besondere Sorgfalt bemerkte, die geistliche Ordenszucht durch Wort und Beispiel zu befördern.
Indessen bereitete sich der Ruf von seiner Tugend und Weisheit allenthalben aus; daher wurde ihm das Inquisitionsamt der Kirche anvertraut. Viele Städte und Länder verdankten es seiner Wachsamkeit, dass sie entweder von den schon eingeschlichenen Ketzereien gereinigt, oder von solchen bewahrt wurden. Er fürchtete keine Drohung, keine Nachstellungen der Irrgläubigen, keine Gefahr des Todes. Zur Belohnung so großer Verdienste weihte ihn Papst Pius IV. zum Bischofe und erhob ihn zum Kardinal. Nun widmete er sich ganz dem Amte seines hohen Berufes.
Nach dem Tode des Papstes Pius IV. im Jahre 1565 wurde Michael aus besonderer Eingebung Gottes zum Nachfolger desselben erwählt. Er entsetzte sich vor dieser Wahl also, dass er in Tränen ausbrach. Da er aber den Willen Gottes erkannte, ergab er sich und nahm den Namen Pius V. an. Seine Regierung begann er mit der Ausübung der Barmherzigkeit gegen die Armen und mit der Verbesserung seines eigenen Hofes, so dass derselbe sowohl den Kardinälen und Bischöfen, als auch dem ganzen Volke zum Spiegel der Sittsamkeit und Gottesfurcht dienen konnte. Nach dem Berichte der kirchlichen Tagzeiten war dem heiligen Pius ein besonderer Eifer eigen, die wahre Religion zu verbreiten; eine unermüdliche Emsigkeit, die Kirchendisziplinen vollkommen wieder herzustellen; eine unausgesetzte Wachsamkeit, die Irrlehren gegen den heiligen Glauben zu vertilgen; eine nie abnehmende Bereitwilligkeit, den Bedürftigen zu helfen; und eine unüberwindliche Stärke, die Rechte des apostolischen Stuhles zu wahren. Der heilige Papst schickte nicht nur seine Abgesandten an alle christlichen Höfe, sondern auch viele apostolische Männer in alle Länder der Christenheit zur Beschützung des wahren Glaubens wider so viele damals herrschende Irrlehren. Frankreich, die Niederlande und Deutschland haben ihm deswegen viel zu verdanken. Die damals entstandene Gesellschaft Jesu schützte er vorzüglich als Stütze der Kirche gegen Luthers Irrlehre.
Damals ward die Christenheit von den Türken zu Wasser und zu Lande als Äußerste bedrängt. Da erhob sich der heilige Papst, versammelte wider sie seine ganze Macht, wendete alle seine Geldmittel dazu an und ermahnte alle christlichen Fürsten, ein Gleiches zu tun. damit aber Gott die christlichen Waffensegnete, stellte er zu Rom viele öffentliche Gebete und Bußprozessionen an, die er selbst begleitete. Im heiligen Hause zu Loreto befahl er ein Gleiches zu tun. Außerdem opferte er viele Bußwerke Gott dem Herrn zu diesem Zwecke auf. Der Erfolg all dieser gottseligen Bemühungen war jener herrliche Sieg, den die Christen zur See bei Lepanto den 7. Oktober 1571 erfochten, und dessen Gedächtnis noch jährlich unter dem Namen Maria de Victoria (Maria vom Siege) und des heiligen Rosenkranzfestes begangen wird; denn der heilige Papst glaubte fest, dass jener Sieg der Fürbitte der jungfräulichen Mutter zuzuschreiben sei. Wunderbar ist es, dass in derselben Stunde, in welcher der Sieg für die Christen gesichert war, der heilige Papst zu Rom durch göttliche Eingebung davon Kunde erhielt und deshalb alle Anwesenden zur Danksagung ermahnte. Er führte eine sehr abgetötete Lebensweise, genoss wöchentlich nur dreimal eine Fleischspeise, war sehr wohltätig gegen die Armen, las oder hörte täglich die heilige Messe mit größter Andacht, und lebte immer in innerer Vereinigung mit Jesus, vor dessen Bilde er seine Gebete verrichtete. Als er einmal am Schlusse dessen Fuß küssen wollte, zog es ihn zurück, wodurch sein Leben gerettet wurde, da er mit Gift bestreut war. Pius gedachte noch einen neuen Feldzug wider die Türken anzuordnen, wurde aber davon durch die qualvollen Nierenschmerzen, an denen er gewöhnlich litt, welche aber jetzt den höchsten Grad erreichten, abgehalten. Diese sah er als Vorboten seines Todes an und bereitete sich deswegen zu demselben durch andächtigen Empfang der heiligen Sakramente vor. Die letzten 50 Tage brachte er in immerwährenden Schmerzen zu, unter welchen er oft rief:
"Herr! vermehre meine Schmerzen, aber gib Geduld dazu!"
Er ließ die Bußpsalmen und das Leiden Christi langsam vorlesen und munterte sich selbst durch trostreiche Sprüche aus der heiligen Schrift so lange auf, bis er sein heiliges Leben am 1. Mai im Jahre 1572 heilig beschloss, nachdem er sechs Jahre und drei Monate die Kirche Gottes heilig regiert hatte.


Beherzigung

1. Der heilige Papst Pius V. sagte:

"Dem Christen muss es eine beständige Lebensregel sein, all sein Tun und Lassen nach der Lehre Jesu einzurichten und der Ehre Gottes nichts vorzuziehen. Frommen Christen geziemt es, immer in der Furcht und Liebe Gottes zu leben. Wenn ihr darin verharret, wird die göttliche Vorsehung für euch und eure Angelegenheiten sorgen. Denen, die Gott fürchten, wirkt alles zum Guten mit. Selig sind, die alle ihre Anschläge auf Gott allein richten und sein Wohlgefallen allein zur Absicht haben, der allen Besitzungen der Welt weit vorzuziehen ist. Alles, was nicht auf Gott bezogen wird, ist durchaus eitel und verschwindet wie Rauch. Sei immer aufmerksam in deinem Herzen auf die Überzeugungen der Gnade über die Wahrheiten der Lehre Jesu und sei immer dankbar, dass dich Gott zur Liebe der Tugend anzieht und dich ermahnt, du sollst dich hüten, der Tugend je untreu zu werden."

2. "Von dem Tage an, wo ich auf den päpstlichen Stuhl erhoben wurde, habe ich keine Stunde ohne Kummer und Beschwernis zugebracht. Meine Seele wird verwundet, so oft ich denke, was ich meiner Pflicht gemäß tun soll und welche Rechenschaft ich von meinem Amte vor Gott werde ablegen müssen. Habe ich etwas Gutes getan, so gehört aller Ruhm nur Gott, der der Urheber alles Guten ist. Obwohl ich ein Fürst bin, so weiß ich doch, dass die Pflicht eines Hirten wichtiger und älter ist. ich vermag alles durch den, der mich stärkt; und der mir bis auf diesen Tag Kraft gegeben hat, der wird mich auch in Zukunft nach seiner Güte stärken. Ich will die Gebeine (Reliquien) der Heiligen auf Erden besuchen (verehren), die ich bald im Himmel zu sehen hoffe."

(Quelle: Gottes Heerscharen. Kurze Bilder aus dem Leben unserer lieben Heiligen; Pfarrer Joseph Reiter, 1915 nach von FJM überarbeiteter Fassung)