Krankensalbung

Aus FJM-Ritter
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Krankensalbung

Die Krankensalbung ist eins von den 7 Sakramenten welche Jesus Christus uns durch Sein Leiden geschenkt hat.

Die anderen Sakramente sind: Taufe, Busse, Eucharistie, Firmung, Ehe, Priesterweihe.

Bibelstelle/KKK

[Jak.5,14-16]
Versehgang

14 Ist unter euch jemand krank, so rufe er die Presbyter der Gemeinde; die sollen über ihn beten und ihn mit Öl salben im Namen des Herrn, 15 und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken zum Heile sein, und der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden. 16 Bekennt also einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. Viel vermag das hingebende Gebet des Gerechten.

„Durch sein Leiden und seinen Tod am Kreuz hat Christus dem Leiden einen neuen Sinn gegeben: es kann uns nun ihm gleichgestalten und uns mit seinem erlösenden Leiden vereinen.” (KKK 1505) Solch eine besondere Vereinigung des Kranken mit dem leidenden Christus bewirkt das Sakrament der Krankensalbung: „Er wird gewissermaßen dazu geweiht, durch die Gleichgestaltung mit dem erlösenden Leiden des Heilands Frucht zu tragen. Das Leiden, Folge der Erbsünde, erhält einen neuen Sinn: es wird zur Teilnahme am Heilswerk Jesu.” (KKK 1521)

Ritus:

Das Sakrament kann nur von einem Priester gültig gespendet werden [vgl. CIC can 1003]. Im klassischen Ritus der Krankensalbung streckt der Priester nach einigen einleitenden Gebeten seine Hand über dem Kranken aus und gebietet unter Anrufung der himmlischen Heerscharen den Mächten der Finsternis. Dann salbt er mit dem vom Bischof geweihten Öl die Sinne des Kranken: zuerst die Augen, dann die Ohren, die Nase, den Mund, die Hände und die Füße, wobei er jeweils spricht: „Durch diese heilige Salbung und seine mildreichste Erbarmung verzeihe dir der Herr, was immer du [mit den Augen, mit den Ohren, mit dem Mund ...] gesündigt hast.” [Für den neuen Ritus vgl. KKK 1513.]

Die Krankensalbung vermittelt eine heilende Kraft für Seele und Leib. Diese ist angedeutet im Zeichen des Öls, denn wie Öl in einer Wunde lindernd und heilend wirkt, so richtet das Sakrament den Kranken auf, vermittelt geistigen Trost, heilt seelische Wunden, tilgt Sünden und stärkt ihn insbesondere für den letzten Kampf. Es vermehrt in ihm auch die heiligmachende Gnade und verleiht ihm ein Anrecht auf alle helfenden Gnaden, deren er in seiner leib-seelischen Not bedarf. Die Wirkungen des Sakramentes dauern so lange wie die Krankheit dauert.

Bedingungen:

1) Der Empfänger muss den Vernunftgebrauch bereits erlangt haben. Wird ein Priester zu sterbenden unmündigen Kindern gerufen, wird er keine Krankensalbung, sondern allenfalls die Nottaufe und/oder die Notfirmung spenden.

2) Der Empfänger muss gefährlich [periculose] erkrankt sein oder sich wegen Altersschwäche in Lebensgefahr befinden. Bei gewöhnlichen Erkrankungen ohne lebensbedrohlichen Charakter wird der Priester einen Krankensegen sprechen.

3) Der Empfänger muss noch leben. Einem Bewusstlosen kann das Sakrament gespendet werden, wenn mit einiger Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass er es begehrt haben würde.

Für den Fall eines Zweifels, ob der Kranke den Vernunftgebrauch erlangt hat, ob er gefährlich erkrankt oder ob der Tod schon eingetreten ist, sagt das Kirchenrecht ausdrücklich, dass das Sakrament gespendet werden soll [vgl. CIC can 1005]. Gemäß dem Rituale Romanum geschieht dies dann bedingungsweise: „Wenn du noch lebst ...” Der göttliche Heiland wollte uns in der heiligen Kommunion nicht nur ein Unterpfand unserer künftigen glorreichen Auferstehung geben, er setzte überdies ein eigenes Sakrament ein, um uns beim Sterben den Übergang von unserm irdischen Dasein zum himmlischen Leben leicht und möglichst gefahrlos zu machen. Durch das Sakrament der letzten Oelung wird nämlich unsere Seele geistig gestärkt, auf dass sie in dem wichtigsten Augenblicke, wo die Seele den Leib verlässt, mit Kraft und Standhaftigkeit ausgerüstet ist.


Wer nach der Krankensalbung genesen, doch später wieder schwer erkrankt ist, kann das Sakrament erneut empfangen. Im Laufe derselben Krankheit kann das Sakrament dann wiederholt werden, wenn die Gefahr bedrohlicher geworden ist [vgl. CIC can 1004 § 2].

Falls der Kranke es nicht mehr selbst kann, haben die Angehörigen die Pflicht, dafür zu sorgen, dass der Priester rechtzeitig gerufen wird. Die Ausrede, man wolle den Kranken nicht beunruhigen, kann in Wirklichkeit eine große Grausamkeit sein, denn der Tod lässt sich dadurch gewiss nicht aufhalten. Nach den Worten des Katechismus ist der rechte Augenblick dann gekommen, „wenn der Gläubige beginnt, wegen Krankheit oder Altersschwäche in Lebensgefahr zu geraten” (KKK 1514). Man soll also nicht zu lange warten!

Christliche Ärzte und Pflegepersonal sollten sich stets der Grenzen ihrer Kunst bewusst sein und sich auch dem Seelenheil des Kranken verpflichtet wissen. Wenn keine Angehörigen anwesend sind, ist es ihre Pflicht, sterbenden Katholiken einen Priester zu rufen.

Mit der Krankensalbung ist gewöhnlich auch die Krankenkommunion verbunden. Empfängt man diese vor dem Tod zum letzten Mal, spricht man von der heiligen Wegzehrung.

Q. Die letzten Dinge v. P. M. Ramm


Letzte Ölung

Der göttliche Heiland wollte uns in der heiligen Kommunion nicht nur ein Unterpfand unserer künftigen glorreichen Auferstehung geben, er setzte überdies ein eigenes Sakrament ein,
Krankensalbung/letzte Ölung

um uns beim Sterben den Übergang von unserm irdischen Dasein zum himmlischen Leben leicht und möglichst gefahrlos zu machen.

Durch das Sakrament der letzten Oelung wird nämlich unsere Seele geistig gestärkt, auf dass sie in dem wichtigsten Augenblicke, wo die Seele den Leib verlässt, mit Kraft und Standhaftigkeit ausgerüstet ist.

Gilt es doch, gegen den Erzfeind des Menschengeschlechtes den letzten Entscheidungskampf zu unternehmen und den letzten entscheidenden Sieg über ihn davonzutragen!

Wenn der schwache Mensch hier unterliegen würde, wäre er für immer der willenlose Sklave seines grausamen Feindes und niemals mehr könnte er seinem furchtbaren Lose entgehen.

Die Seele des Menschen, deren Fähigkeiten durch wiederholte traurige Fälle in die Sünde vielfach geschwächt sind, und die im Gedenken ihrer früheren Taten fast verzagen möchte, braucht wahrlich göttliche Gnadenhilfe, um sich nicht verwirren und besiegen zu lassen.

Durch den Empfang der letzten Ölung wird die Seele des Kranken widerstandsfähiger gegen die auf sie einstürmende Versuchungen und ihr Vertrauen auf die göttliche Barmherzigkeit vermehrt. Die unheilvollen Folgen der Sünden werden gehoben, besonders die geistige und sittliche Ohnmacht des Kranken, den Todeskampf siegreich zu bestehen, wird durch die Gnade geheilt.

Auch das Sakrament der letzten Ölung ist eine wahrhafte Lebensquelle, aus der sich die heilende und kräftigende Gnade gleich Strömen lebendigen Wassers in die arme, kranke Seele ergießt.

Dies ist so wahr, dass im Notfall sogar das übernatürliche Leben selbst mitgeteilt wird, wenn der Kranke nämlich seine schwere Schuld, von der sich nur durch unvollkommene Reue losgesagt hat, nicht mehr durch das Bußsakrament tilgen kann.

Die letzte Ölung soll nicht nur dem schwerkranken Menschen das Leben der Gnade vermehren und stärken, sondern kann ihn zum übernatürlichen Leben erwecken, wenn er desselben beraubt ist. Und gerade hierdurch tritt die große Wichtigkeit der letzten Ölung klar zutage. Wenn die Gnadenmitteilungen der vorher empfangenen Sakramente durch ein Sündenleben wieder zunichte gemacht worden sind, und dann die totbringende Krankheit so plötzlich auftritt, dass der bedauernswerte Mensch gleich bewusstlos wird: die letzte Ölung vermittelt ihm noch im letzten Augenblicke das Leben der Gnade.

Die segensreichen Wirkungen der letzten Ölung erstrecken sich sogar auf den Leib des Kranken. Nicht nur, dass der Kranke durch die Stärkung seiner Seele die mit der Krankheit verbundenen Leiden und Beschwerden geduldiger und leichter erträgt, es ist sogar eine diesem Sakramente eigentümliche Wirkung, dass es zuweilen die Gesundheit des Leibes verursacht. Vielleicht, dass der göttliche Heiland dem Kranken noch Zeit und Beistand schenken will, sein übernatürliches Gnadenleben besser auszubilden und sich so eine größere Himmelsglorie zu verdienen.

Jedoch ist die leibliche Gesundung nur eine nebensächliche Folge dieses Sakramentes. Die geistige Stärkung der Seele zu ihrem Himmelsflug ist die hauptsächliche Wirkung.

Wir können dem Fluge der christlichen Seele nicht folgen, wenn sie ihren Weg nimmt zu den Pforten des ewigen, himmlischen Lebens. Noch viel weniger können wir uns eine Vorstellung davon machen von ihrer Glückseligkeit, wenn die Gnade, mit der sie geschmückt vor Gottes Angesicht tritt, sich in die Glorie verwandelt, ähnlich wie wenn sich die Knospe zur vollen Blüte entfaltet.

Wenn wir einen Schwerkranken betrachten, wie er in seinen Schmerzen und in seiner Armseligkeit daliegt, und der vielleicht schon bald den schweren Todeskampf bestehen muß, so ergreift einen tiefes Weh bei dem Gedanken, dass auf der Erde beständig eine große Anzahl Menschen in Todeszuckungen liegt und das Wehgeschrei und der Seelenschmerz der zurückbleibenden Anverwandten und Freunde überall dem Tode folgen.

Und dennoch ist es nur zu wahr, was der italienische Dichter Petrarca sagt: „Was die Törichten Sterben nennen, das ist der Anfang des Lebens, der Anbruch des Morgenrotes von jenem Tage, auf den keine Nacht mehr folgt.“

„Da ist Ruhe, der Kampf hat ausgetobt, die Feinde sind verschwunden, es ist ewiger Friede geworden, auf der Wahlstatt steht als der endlose Sieger Gott, der Herr des langen Schlachtentages. Sein ist die Ehre des Sieges, und er teilt sie mit all seinen Getreuen... O der seligen Ewigkeit! Dort feiern sich Siegesfeste viel köstlicher als hier im Lande der Toten; dort säumt keinen Siegesmorgen ein ahnungsschwerer Abend, und was uns dort die herrlichste der Freuden bietet, das ist die Wahrnehmung, dass unser Leben, Leiden und Lieben als glänzender Einschlag aufgenommen ist im Endergebnis des großen Sieges.“

Q. Das dreifache Reich Gottes aus den Rundschreiben P. Pius X. Impr. 1911